Der Riesenbasar

basar

Eine Woche in Sölden und schon steht die Welt auf dem Kopf. Xi Jinping, Chinas amtierender Staatschef, verteidigt den freien Welthandel in Davos, während Trump die protektionistischen Zügel anziehen will und wohl auch bald wird.

Im Jahr 2015 schrieb ich schon über solche Entwicklungen und die wachsende Schaffenskraft Chinas. Im Artikel selbst wählte ich für eine Absatzüberschrift folgende Formulierung, die mich im Nachhinein doch recht schmunzeln lässt:

BRICS: Anführer der freien Staaten Weiterlesen

Jahres Ausblick 2016

Rohstoffe

Das Jahr 2015 war im Rohstoff Sektor ein Wahrer Alptraum, die Preise sanken auf breiter Front, insbesondere der Energiesektor wurde sehr hart getroffen. Die Aussichten für dieses Jahr sind im Energiesektor weiterhin schlecht. Weiterlesen

Die schöne und das Biest: Währungskrieg, Gold und die Zinsen

China trat heute Nacht in den Währungskrieg mit ein. Bisher konnte man vermuten, dass die Führung Chinas die Notwendigkeit einer starken Währung verstanden hat. Doch in Folge der Turbulenzen an den heimischen Kapitalmärkten scheint es, dass sie diesen wichtigsten Punkt vergessen haben.

Heute Nacht hat die PBOC das Yuan Fixing, der Pivot Preis, um den die Währung zum USD in einer gewissen Bandbreite schwanken darf um 1,9% geschwächt und somit auch die eigene Währung gegenüber dem USD. Es war die bisher stärkste Schwächung der eigenen Währung, die China jemals durchgeführt hat.

Wenn China nicht aufpasst wird das Land den gleichen Weg nehmen wie Japan, das bedeutet nichts anderes, als dass sie ihr Vermögen aufgeben werden, für eine schwache Währung, ohne einen wirklichen Nutzen daraus beziehen zu können. Im schlimmsten Fall droht nach einer kurzen inflationären Phase eine tödliche langwierige Deflation wie in Japan.

Es stellt sich nun die Frage, wer kann überhaupt diesen Währungskrieg gewinnen oder werden alle Teilnehmer verlieren? Die FED hat es nun in der Hand, ob sie dieses „race to the bottom“ weiterhin mittragen will, oder doch die Zinsen erhöht und dem USD somit zu weiterer stärke verhilft. Wie ich in diesem Beitrag ( https://zero2one-inside-hps.com/2015/03/10/ash-nazg-durbatuluk/ ) im März geschrieben hatte kann es von einem großen Vorteil sein eine starke Währung zu besitzen, insbesondere wenn es sich um die Leitwährung handelt.

Sollte es soweit kommen, dass die FED endlich die Zinsen wieder in ein normales Terrain führt, wird Gibson´s Paradox zum tragen kommen. Dieses besagt, entgegen der vorherrschenden Theorie, dass durch einen Zinsanstieg auch jegliche Preise mit anziehen werden. Hier noch eine kurze Erklärung von Wikipedia:

Gibson’s Paradox is the observation that the rate of interest and the general level of prices are positively correlated.[1] It is named for British economist Alfred Herbert Gibson who noted the correlation in a 1923 article for Banker’s Magazine. The correlation had been noted earlier by Thomas Tooke.[2]

The term was first used by John Maynard Keynes, in his 1930 work, A Treatise on Money.[3] It was believed to be a paradox because most economic theorists predicted that the correlation would be negative. Keynes commented that the observed correlation was „one of the most completely established empirical facts in the whole field of quantitative economics.“

The Quantity Theory of Money predicts ….

https://en.wikipedia.org/wiki/Gibson%27s_paradox

Gibson´s Paradox führt uns auch sogleich zu der Frage, wie geht es nun im Gold weiter?

Der letzte Commitment of Traders (COT) Bericht deutet darauf hin, dass die Commercial Hedgers davon ausgehen, dass sich der Kurs des Goldes nahe seinem Tief befindet. Die Absicherungspositionen der Commercial Hedgers, gegen einen fallenden Goldpreis ist mittlerweile so gering, wie im Jahr 2001, als der letzte Bullenmarkt im Gold anfing.

Im Gegenzug dazu halten die Hedge Funds zum ersten mal netto Short Positionen im Gold.

Die Spekulanten gehen davon aus, dass Gold weiter fallen wird, im Gegensatz dazu gehen die Produzenten von zukünftig  steigenden Preisen aus. Meistens behalten die Produzenten die Oberhand in solchen Fällen und zeigen die zukünftige Richtung auf.

Selbst haben wir noch Ziele im Gold unten bis 922 USD je Unze wie in diesem Bericht im Juni geschrieben ( https://zero2one-inside-hps.com/2015/06/08/gold-future-gc-monats-und-wochen-chart-3/ ). In diesem Bereich wird es wohl sehr interessant wie der Markt reagieren wird. Diese entscheidende Zone im Chart kann auch mit der Zinsentscheidung der FED zusammenfallen, was wohl ein optimaler Zeitpunkt wäre.

Internet Land Run

Im Jahr 1995 kamen 83% der Internet Nutzer aus den Staaten Europas und Nord Amerika. Dabei kamen 22% der Nutzer aus Europa und 61% der Nutzer aus Nordamerika. 12% kamen aus Asien ex China, insgesamt waren 1995 nur 35 Millionen Menschen, das entspricht 0,6% der Weltbevölkerung, mit dem Internet verbunden. In den darauffolgenden Dekaden veränderte sich dieses Bild dramatisch.

2014 sah die Verteilung der Nutzer wie folgt aus:

Europa 19%

USA 10%

Asien ex China 28%

China 33%

Rest 21%

Die Zahl der Internetnutzer Weltweit stieg von 35 Millionen auf 2,8 Milliarden Menschen an. Es waren 2014 also 39% der Weltbevölkerung mit dem Internet verbunden.

Obwohl erst 39% der Weltbevölkerung angeschlossen sind, ist die Welt im Jahr 2014 nicht mehr vergleichbar mit der Welt von 1995. Wer hatte damals auch nur die Erfolgsgeschichten von Google, Amazon, Facebook etc. erahnen können oder auch nur die Geschäftszweige vermutet wie Big Data oder Cloud-Computing. Auch die stete exponentielle Steigerung der Prozessor Leistung trug zu dieser Entwicklung bei und ermöglicht heute den großflächigen Einsatz von Mobile Devices. Die Mobile Devices sind ein wichtiger Schritt hin zu einer Welt der Augmented Reality und dem Internet der Dinge.

Das Wachstum im Bereich der herkömmlichen Internet Nutzung nimmt langsam ab, im Jahr 2014 wuchs die Zahl der Nutzer nur noch um 8%. Im Gegensatz dazu ist das Wachstum im Bereich der Smartphones extrem Hoch. Die Anzahl der Smartphone Nutzer erhöhte sich im vergangenen Jahr um 23% weltweit, dieses Wachstum ist zwar auch geringer als die Jahre zuvor doch immer noch sehr hoch. Diese Entwicklung führt Indien mit einem Wachstum von 55% an, gefolgt von Brasilien mit 28% und China mit einem Smartphone Benutzer Wachstum in Höhe von 21%. Im Vergleich dazu wuchs die Userbase in den USA nur um 9%. Der Mobile Daten Transfer wuchs im vergangenen Jahr um 69%, im Jahr 2013 um 81%. Der mobile Video Daten Verkehr nahm im Jahr 2014 um 55% zu, im Jahr 2013 wuchs dieser Bereich um 52%.

Auch wurden bisher nur der Bereich Konsum voll durchdrungen, im Bereich der Wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist diese Entwicklung zwar schon weit fortgeschritten, doch viele Prozesse können hier noch effektiver gestaltet werden. Im Bereich Arbeit sei hier Beispielhaft Upwork genannt. Slack wiederum ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kommunikationsprozesse optimiert werden können.

Die Bereiche Sicherheit, Bildung, Gesundheitswesen und Staatliche Dienstleistungen sind bisher kaum oder gar nicht digitalisiert. Im Bereich der Digitalisierung von Staatlichen Dienstleistungen ist Tencent besonders fortgeschritten. Ihr Dienst WeChat ermöglicht es den Bürgern Shanghais sich mit Staatlichen Dienstleistungen zu versorgen, wie zum Beispiel Reise Dokumente für Taiwan zu erhalten oder die Wasser Rechnung zu bezahlen.

Diese Entwicklungen wären ohne die Mobile Devices nicht möglich. Im Jahr 1995 besaßen 80 Millionen Menschen Weltweit ein Mobiltelefon, mittlerweile verfügen 5,2 Milliarden Menschen über eines. Von diesen 5,2 Milliarden Menschen, die 73% der Weltbevölkerung ausmachen, benutzen 60% ein herkömmliches Mobiltelefon und inzwischen 40% ein Smartphone.

Die Haushalte in den USA geben im Schnitt für folgende Bereiche am meisten von ihrem Einkommen aus:

Wohnen 33%

Mobilität 18%

Nahrung 14%

In diesen Bereichen sind in den letzten Jahren große Unternehmungen entstanden, airbnb, UBER und Instacart seien hier als Beispiele genannt. Diese Unternehmungen verbindet ein entscheidendes Kriterium, sie bieten den Konsumenten eine Plattform, die umso effektiver und attraktiver wird, um so mehr Anbieter und Nutzer sie benutzen. Sie bilden ein Netzwerk mit einem positiven Rückkopplungseffekt.

Wir stellen fest neben den Staaten des Westens, die gut versorgt sind mit Internet Zugängen und der Nutzung von Mobile Devices und so schnell von neuen Entwicklungen durchdrungen werden können, besteht in den Staaten der BRICS noch ein starkes Wachstumspotential im Bereich der Nutzung von Smartphones und Internet Zugängen.

Die User stürzen sich auf jeden guten Content, der ihnen das Leben einfacher macht und ihnen die Möglichkeit gibt ihre Bedürfnisse hier und jetzt zu erfüllen. Diese Generation der Millenials will sich nicht gedulden und erst später konsumieren, sondern sofort. Besonders gut erkennt man es am starken Wachstum im Bereich des Mobile Video Traffics. Es betrifft nicht nur die Welt des Konsums, dieses hier und jetzt denken, sondern auch die Umstände wann und wie diese neue Generation arbeiten will.

Eine weitere besondere Entwicklung ist, dass die User nicht mehr nur konsumieren, sondern selbst Content erschaffen, sei es via Blogs, Youtube Channels oder anderen Social Media Kanäle. Dadurch verändert sich das Internet zunehmend und neue Geschäftsfelder entstehen.

Hier sei auch noch einmal auf die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der BRICS hingewiesen. Die historische Betrachtung des Anteils am weltweiten Bruttosozialprodukt der Staaten verdeutlicht dieses.

1820

1870

1920

1970

2014

USA

2,00% 8,00% 20,00% 25,00% 16,00%

Europa

27,00% 38,00% 32,00% 28,00% 17,00%

China

33,00% 18,00% 8,00% 2,00% 16,00%

Indien

16,00% 12,00% 7,00% 2,00% 7,00%

Lateinamerika

2,00% 5,00% 9,00% 9,00%

Diese Entwicklung deutet daraufhin, das sich das wirtschaftliche geschehen Richtung der BRICS verschiebt, insbesondere nach Asien. Auf diese Entwicklung habe ich hier schon öfters hingewiesen.

Unter diesen Gesichtspunkten sollte man die Entwicklung in Asien im Bereich der Social Media, Internet 4.0, Telekommunikationsinfrastruktur usw. beachten. Einige Unternehmungen wie Tencent, Baidu und Alibaba sind schon an Internationalen Börsen notiert andere wie Didi und Kuaidi, zwei Startups aus dem Bereich Transportation sind hingegen noch weitestgehend unbekannt im Rest der Welt.

Im Bereich der langfristigen Investments führt an der Region Asien kein Weg vorbei, insbesondere im Bereich Social Media, Internet der Dinge, Smartphone Content und Telekommunikationsinfrastruktur bietet der Markt in Asien und auch der restlichen BRICS Staaten ein riesiges Wachstums Potential.

Quelle

http://www.kpcb.com/internet-trends