Jahres Ausblick 2016

Rohstoffe

Das Jahr 2015 war im Rohstoff Sektor ein Wahrer Alptraum, die Preise sanken auf breiter Front, insbesondere der Energiesektor wurde sehr hart getroffen. Die Aussichten für dieses Jahr sind im Energiesektor weiterhin schlecht. Weiterlesen

Die schöne und das Biest: Währungskrieg, Gold und die Zinsen

China trat heute Nacht in den Währungskrieg mit ein. Bisher konnte man vermuten, dass die Führung Chinas die Notwendigkeit einer starken Währung verstanden hat. Doch in Folge der Turbulenzen an den heimischen Kapitalmärkten scheint es, dass sie diesen wichtigsten Punkt vergessen haben.

Heute Nacht hat die PBOC das Yuan Fixing, der Pivot Preis, um den die Währung zum USD in einer gewissen Bandbreite schwanken darf um 1,9% geschwächt und somit auch die eigene Währung gegenüber dem USD. Es war die bisher stärkste Schwächung der eigenen Währung, die China jemals durchgeführt hat.

Wenn China nicht aufpasst wird das Land den gleichen Weg nehmen wie Japan, das bedeutet nichts anderes, als dass sie ihr Vermögen aufgeben werden, für eine schwache Währung, ohne einen wirklichen Nutzen daraus beziehen zu können. Im schlimmsten Fall droht nach einer kurzen inflationären Phase eine tödliche langwierige Deflation wie in Japan.

Es stellt sich nun die Frage, wer kann überhaupt diesen Währungskrieg gewinnen oder werden alle Teilnehmer verlieren? Die FED hat es nun in der Hand, ob sie dieses „race to the bottom“ weiterhin mittragen will, oder doch die Zinsen erhöht und dem USD somit zu weiterer stärke verhilft. Wie ich in diesem Beitrag ( https://zero2one-inside-hps.com/2015/03/10/ash-nazg-durbatuluk/ ) im März geschrieben hatte kann es von einem großen Vorteil sein eine starke Währung zu besitzen, insbesondere wenn es sich um die Leitwährung handelt.

Sollte es soweit kommen, dass die FED endlich die Zinsen wieder in ein normales Terrain führt, wird Gibson´s Paradox zum tragen kommen. Dieses besagt, entgegen der vorherrschenden Theorie, dass durch einen Zinsanstieg auch jegliche Preise mit anziehen werden. Hier noch eine kurze Erklärung von Wikipedia:

Gibson’s Paradox is the observation that the rate of interest and the general level of prices are positively correlated.[1] It is named for British economist Alfred Herbert Gibson who noted the correlation in a 1923 article for Banker’s Magazine. The correlation had been noted earlier by Thomas Tooke.[2]

The term was first used by John Maynard Keynes, in his 1930 work, A Treatise on Money.[3] It was believed to be a paradox because most economic theorists predicted that the correlation would be negative. Keynes commented that the observed correlation was „one of the most completely established empirical facts in the whole field of quantitative economics.“

The Quantity Theory of Money predicts ….

https://en.wikipedia.org/wiki/Gibson%27s_paradox

Gibson´s Paradox führt uns auch sogleich zu der Frage, wie geht es nun im Gold weiter?

Der letzte Commitment of Traders (COT) Bericht deutet darauf hin, dass die Commercial Hedgers davon ausgehen, dass sich der Kurs des Goldes nahe seinem Tief befindet. Die Absicherungspositionen der Commercial Hedgers, gegen einen fallenden Goldpreis ist mittlerweile so gering, wie im Jahr 2001, als der letzte Bullenmarkt im Gold anfing.

Im Gegenzug dazu halten die Hedge Funds zum ersten mal netto Short Positionen im Gold.

Die Spekulanten gehen davon aus, dass Gold weiter fallen wird, im Gegensatz dazu gehen die Produzenten von zukünftig  steigenden Preisen aus. Meistens behalten die Produzenten die Oberhand in solchen Fällen und zeigen die zukünftige Richtung auf.

Selbst haben wir noch Ziele im Gold unten bis 922 USD je Unze wie in diesem Bericht im Juni geschrieben ( https://zero2one-inside-hps.com/2015/06/08/gold-future-gc-monats-und-wochen-chart-3/ ). In diesem Bereich wird es wohl sehr interessant wie der Markt reagieren wird. Diese entscheidende Zone im Chart kann auch mit der Zinsentscheidung der FED zusammenfallen, was wohl ein optimaler Zeitpunkt wäre.

Internet Land Run

Im Jahr 1995 kamen 83% der Internet Nutzer aus den Staaten Europas und Nord Amerika. Dabei kamen 22% der Nutzer aus Europa und 61% der Nutzer aus Nordamerika. 12% kamen aus Asien ex China, insgesamt waren 1995 nur 35 Millionen Menschen, das entspricht 0,6% der Weltbevölkerung, mit dem Internet verbunden. In den darauffolgenden Dekaden veränderte sich dieses Bild dramatisch.

2014 sah die Verteilung der Nutzer wie folgt aus:

Europa 19%

USA 10%

Asien ex China 28%

China 33%

Rest 21%

Die Zahl der Internetnutzer Weltweit stieg von 35 Millionen auf 2,8 Milliarden Menschen an. Es waren 2014 also 39% der Weltbevölkerung mit dem Internet verbunden.

Obwohl erst 39% der Weltbevölkerung angeschlossen sind, ist die Welt im Jahr 2014 nicht mehr vergleichbar mit der Welt von 1995. Wer hatte damals auch nur die Erfolgsgeschichten von Google, Amazon, Facebook etc. erahnen können oder auch nur die Geschäftszweige vermutet wie Big Data oder Cloud-Computing. Auch die stete exponentielle Steigerung der Prozessor Leistung trug zu dieser Entwicklung bei und ermöglicht heute den großflächigen Einsatz von Mobile Devices. Die Mobile Devices sind ein wichtiger Schritt hin zu einer Welt der Augmented Reality und dem Internet der Dinge.

Das Wachstum im Bereich der herkömmlichen Internet Nutzung nimmt langsam ab, im Jahr 2014 wuchs die Zahl der Nutzer nur noch um 8%. Im Gegensatz dazu ist das Wachstum im Bereich der Smartphones extrem Hoch. Die Anzahl der Smartphone Nutzer erhöhte sich im vergangenen Jahr um 23% weltweit, dieses Wachstum ist zwar auch geringer als die Jahre zuvor doch immer noch sehr hoch. Diese Entwicklung führt Indien mit einem Wachstum von 55% an, gefolgt von Brasilien mit 28% und China mit einem Smartphone Benutzer Wachstum in Höhe von 21%. Im Vergleich dazu wuchs die Userbase in den USA nur um 9%. Der Mobile Daten Transfer wuchs im vergangenen Jahr um 69%, im Jahr 2013 um 81%. Der mobile Video Daten Verkehr nahm im Jahr 2014 um 55% zu, im Jahr 2013 wuchs dieser Bereich um 52%.

Auch wurden bisher nur der Bereich Konsum voll durchdrungen, im Bereich der Wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist diese Entwicklung zwar schon weit fortgeschritten, doch viele Prozesse können hier noch effektiver gestaltet werden. Im Bereich Arbeit sei hier Beispielhaft Upwork genannt. Slack wiederum ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kommunikationsprozesse optimiert werden können.

Die Bereiche Sicherheit, Bildung, Gesundheitswesen und Staatliche Dienstleistungen sind bisher kaum oder gar nicht digitalisiert. Im Bereich der Digitalisierung von Staatlichen Dienstleistungen ist Tencent besonders fortgeschritten. Ihr Dienst WeChat ermöglicht es den Bürgern Shanghais sich mit Staatlichen Dienstleistungen zu versorgen, wie zum Beispiel Reise Dokumente für Taiwan zu erhalten oder die Wasser Rechnung zu bezahlen.

Diese Entwicklungen wären ohne die Mobile Devices nicht möglich. Im Jahr 1995 besaßen 80 Millionen Menschen Weltweit ein Mobiltelefon, mittlerweile verfügen 5,2 Milliarden Menschen über eines. Von diesen 5,2 Milliarden Menschen, die 73% der Weltbevölkerung ausmachen, benutzen 60% ein herkömmliches Mobiltelefon und inzwischen 40% ein Smartphone.

Die Haushalte in den USA geben im Schnitt für folgende Bereiche am meisten von ihrem Einkommen aus:

Wohnen 33%

Mobilität 18%

Nahrung 14%

In diesen Bereichen sind in den letzten Jahren große Unternehmungen entstanden, airbnb, UBER und Instacart seien hier als Beispiele genannt. Diese Unternehmungen verbindet ein entscheidendes Kriterium, sie bieten den Konsumenten eine Plattform, die umso effektiver und attraktiver wird, um so mehr Anbieter und Nutzer sie benutzen. Sie bilden ein Netzwerk mit einem positiven Rückkopplungseffekt.

Wir stellen fest neben den Staaten des Westens, die gut versorgt sind mit Internet Zugängen und der Nutzung von Mobile Devices und so schnell von neuen Entwicklungen durchdrungen werden können, besteht in den Staaten der BRICS noch ein starkes Wachstumspotential im Bereich der Nutzung von Smartphones und Internet Zugängen.

Die User stürzen sich auf jeden guten Content, der ihnen das Leben einfacher macht und ihnen die Möglichkeit gibt ihre Bedürfnisse hier und jetzt zu erfüllen. Diese Generation der Millenials will sich nicht gedulden und erst später konsumieren, sondern sofort. Besonders gut erkennt man es am starken Wachstum im Bereich des Mobile Video Traffics. Es betrifft nicht nur die Welt des Konsums, dieses hier und jetzt denken, sondern auch die Umstände wann und wie diese neue Generation arbeiten will.

Eine weitere besondere Entwicklung ist, dass die User nicht mehr nur konsumieren, sondern selbst Content erschaffen, sei es via Blogs, Youtube Channels oder anderen Social Media Kanäle. Dadurch verändert sich das Internet zunehmend und neue Geschäftsfelder entstehen.

Hier sei auch noch einmal auf die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der BRICS hingewiesen. Die historische Betrachtung des Anteils am weltweiten Bruttosozialprodukt der Staaten verdeutlicht dieses.

1820

1870

1920

1970

2014

USA

2,00% 8,00% 20,00% 25,00% 16,00%

Europa

27,00% 38,00% 32,00% 28,00% 17,00%

China

33,00% 18,00% 8,00% 2,00% 16,00%

Indien

16,00% 12,00% 7,00% 2,00% 7,00%

Lateinamerika

2,00% 5,00% 9,00% 9,00%

Diese Entwicklung deutet daraufhin, das sich das wirtschaftliche geschehen Richtung der BRICS verschiebt, insbesondere nach Asien. Auf diese Entwicklung habe ich hier schon öfters hingewiesen.

Unter diesen Gesichtspunkten sollte man die Entwicklung in Asien im Bereich der Social Media, Internet 4.0, Telekommunikationsinfrastruktur usw. beachten. Einige Unternehmungen wie Tencent, Baidu und Alibaba sind schon an Internationalen Börsen notiert andere wie Didi und Kuaidi, zwei Startups aus dem Bereich Transportation sind hingegen noch weitestgehend unbekannt im Rest der Welt.

Im Bereich der langfristigen Investments führt an der Region Asien kein Weg vorbei, insbesondere im Bereich Social Media, Internet der Dinge, Smartphone Content und Telekommunikationsinfrastruktur bietet der Markt in Asien und auch der restlichen BRICS Staaten ein riesiges Wachstums Potential.

Quelle

http://www.kpcb.com/internet-trends

Die Klippe wurde erreicht und die Protagonisten sind gesprungen

Europa: Ein Kontinent der sich im permanenten Belagerungszustand befindet.

Auf der einen Seite gehetzt von der finanziellen Misere in den Südstaaten und nun auch mit dem möglichen GREXIT konfrontiert. Auf der anderen Seite die Sicherheitspolitische Lage in den angrenzenden Regionen Europas.

Beides sind nur Symptome einer Orientierungslosen europäischen Politik, der der Zusammenhalt und eine Strategie fehlt. Das große Projekt Europa verabschiedet sich mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit und wird zu einem Spielball anderer Interessensgruppen. Eine aktive Mitgestaltung der neuen Welt ist unter diesen Umständen nicht von Europa zu erwarten.

Die einzelnen Nationalstaaten sind durch Bilaterale Verträge noch dazu fähig an den Veränderungen zu partizipieren doch eine aktive Mitgestaltung ist für sie, da sie einzeln agieren, kaum noch zu bewerkstelligen.

Einige Nationalstaaten Europas erkannten vor einigen Wochen die Zeichen der Zeit und entschlossen sich, der AIIB beitreten zu wollen. Hierbei ist Deutschland hervorzuheben, das sich mit 4,1% an der AIIB beteiligen will. Damit ist Deutschland an Platz vier der Anteilseigner der neuen Bank, was zum Einen eine gewisse Mitsprache ermöglicht und zum Anderen Aufträge für die Wirtschaft bedeutet. Denn das große Sino-Asiatische Projekt der One Belt, One Road Initative ist ein riesiges Infrastruktur Entwicklungsprogramm, was lukrative Aufträge für die Unternehmen der Mitgliedsstaaten der AIIB verspricht.

Auch der Reichtum verlagert sich wie erst der kürzlich erschienene Global Wealth Report 2015 von BCG zeigte. Dabei kam heraus das der Asiatische Raum ex Japan Westeuropa in Sachen Reichtum überholt hat und sich auch anschickt die USA im nächsten Jahr zu überholen.

Hierbei muss man bedenken, dass diese Entwicklung sich erst noch im Anfang befindet, da diese Region noch ein massives Wachstumspotential besitzt und dadurch sich der Trend noch beschleunigen wird.

USA: Der schrumpfende, zornige Riese

Die USA verhalten sich seit geraumer Zeit nicht mehr als aktive Gestalter der Weltordnung, sondern versuchen überall die Entwicklung hin zu einer Multipolaren Welt aufzuhalten. Sie verneinen die wachsende Bedeutung der BRICS Staaten Gemeinschaft und verhindern jegliche Anpassung der Internationalen Institutionen. Eine solche Anpassung der Stimmrechtsverteilung im IWF z.B. würde nur der in den letzten 20 Jahre stark gewachsenen Bedeutung Chinas Rechnung tragen. Die westliche Welt unter der Führung der USA, also die G7 stehen heute nur noch für 15% der Weltbevölkerung und nur noch 44% der Weltwirtschaftsleistung.

Die amerikanischen Eliten spüren zwar den sich abzeichnenden Niedergang des Imperiums doch ihr daraus abgeleitetes Handeln wird diese Entwicklung nicht bremsen oder umkehren können, eher wird der Trend dadurch noch beschleunigt. Sie sind nicht bereit sich an der AIIB zu beteiligen und dadurch aktiv Einfluss nehmen zu können, sondern versuchten sogar ihre Verbündeten, durch starken diplomatischen Druck, von einem Beitritt abzuhalten. Diese Strategie schlug letztendlich im Großen und Ganzen komplett fehl, als sich zuerst Großbritannien und danach weitere wichtige Verbündete Weltweit zu einem Beitritt entschlossen.

Auch ihre Strategie das von ihnen dominierte Finanzsystem als eine Waffe zu benutzen und nicht ihnen willige Staaten mit einem Ausschluss zu drohen erweist sich zunehmend als ein Boomerang. Dieses verhalten führt dazu das sich neue Systeme etablieren werden, wie das Chinese International Payment System (CIPS), das Ende des Jahres kommen soll. Solche neuen Systeme werden wohl mit Kusshand genommen vom Rest der Welt, sodass sie nicht mehr so einfach mit einem Ausschluss aus dem Dollar System bedroht werden können.

Das gesamte verhalten der USA erinnert einen an ein wütendes kleines Kind, dem Mitgeteilt wurde, dass es die Spielzeuge auch mal teilen muss und ihm nicht alles gehört.

BRICS: Anführer der freien Staaten

Parallel zu ihren Anstrengungen die bestehenden Internationalen Institutionen zu reformieren, schufen die BRICS ihre eigenen Alternativen, um auf eine mögliche Blockade Haltung Washingtons reagieren zu können.

Die Bezeichnung BRIC wurde 2001 durch den Chef Volkswirt von Goldman Sachs Jim O´Neil geschaffen. Mittlerweile ist es nicht mehr nur ein netter Werbebegriff der Finanzbranche, sondern es entstand zuerst die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit im Jahr 2001, der von den BRICS Staaten bisher China und Russland angehören. Auf dem kommenden SCO BRICS Gipfel im russischen UFA wird Indien höchstwahrscheinlich als weiterer BRICS Staat aufgenommen. Die Ziele der Organisation sind ein besserer zivil gesellschaftlicher, wirtschaftlicher Austausch, wie auch die Stärkung des Vertrauens untereinander und die gemeinsame Gewährleistung und Unterstützung von Frieden und Sicherheit in und zwischen den Regionen der Mitgliedsländer.

Die BRICS Staaten selbst halten regelmäßig Konsultationen und Gipfel ab auf denen sie aktiv ihre Zukunft und auch die Neue Welt Ordnung organisieren. Am 15.06.2014 wurde als erster Schritt die New Development Bank gegründet.

Ziel der Bank ist es, den Mitgliedsstaaten bei der Erfüllung ihrer Wachstumsziele behilflich zu sein. Die Bank steht, wie auch die AIIB allen Ländern offen und ist als Bündnis unter gleichen zu verstehen. Die Kredite werden nicht wie beim IWF unter strengsten Auflagen, die im Endeffekt auf eine Finanzkolonialisierung des jeweiligen Landes abzielen vergeben, sondern unter gleichberechtigten Partnern. So jedenfalls das Ziel. Der Hauptsitz der Bank liegt in Shanghai, der erste Präsident wird von Indien gestellt, der erste Vorsitzende des Board of Governors wird von Russland gestellt, der erste Vorsitzende von dem Board of Directors wird ein Brasilianer sein und das erste Regionale Zentrale wird in Südafrika sein.

Die Signifikanz der New Development Bank wird in den nächsten Jahren deutlich werden. Welches Entwicklungsland oder auch Dritte Welt Land würde sich nicht über eine solche Finanzierungsalternative freuen.

Im Moment sieht der IWF die Bank noch nicht als Konkurrenz an, sondern eher als ein ergänzende Institution. Auf lange Sicht wird sich der Wettbewerb zwischen diesen beiden Institutionen aber verschärfen. Der Wettbewerb wird höchstwahrscheinlich nicht an Ideologischen Grenzen geführt, sondern über die Effizienz.

Eine weitere wichtige Initiative, die schon im Jahr 2013 gestartet ist und in den letzten Monaten konkrete formen Annahm ist die Asiatische Infrastruktur Investment Bank (AIIB).

Letztes Jahr im November auf dem APEC Gipfel präsentierte die chinesische Regierung ihre eigenen Ideen zur Stärkung des asiatischen Wirtschaftsraumes. Dazu gehören die Free Trade Area of Asia Pacific (FTAAP) und die Asia Infrastructure Investment Bank (AIIB). Das FTAAP Abkommen ist als alternative zu der von den USA vorgeschlagenen Trans Pacific Partnership (TTP) zu verstehen. Beide vorgeschlagenen Abkommen stehen bisher im Raum und es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen bis eines von beiden beschlossen und Umgesetzt wird. Im Gegensatz zu den Handelsabkommen ist die AIIB beschlossene Sache und soll von den 21 Mitgliedsstaaten bis zum Ende des Jahres 2015 ratifiziert werden. Die AIIB ist als direkte Konkurrenz zu der Asian Development Bank, der Welt Bank und dem IWF zu verstehen, sie ist für alle Staaten offen, die daran Teil haben wollen. In den von den USA und Japan dominierten Institutionen erhält China nicht soviel Stimmrecht, wie es ihnen zustehen würde, aus diesem Grund erschafft China parallel Institutionen in denen sie selbst den Ton angeben werden. Sie wollen zwar die etablierten Institutionen nicht direkt angreifen, doch zeigen sie deutlich, dass sie nicht auf diese alte Ordnung angewiesen sind.

Eines der ersten Projekte, das von China initiiert wurde und im Zusammenhang mit der AIIB steht, ist das „one belt, one road“ Projekt, dessen Ziel der Auf- und Ausbau von der Infrastruktur in Asien ist. Ein weiteres Ziel ist die Verbindung über die neuen Seidenstraßen Richtung Europa zu verbessern.

Zur Umsetzung dieser Ziele wurde der Silk Road Funds gegründet. Dieses Projekt kann man auch als eine Art Marshall Plan für Asien verstehen. Dadurch wächst die Politische und Wirtschaftliche Macht Chinas weiter.

Es sind weitere Puzzle teile, die wir hier zu Gesicht bekommen und die Stoßrichtung Chinas ist langsam sehr deutlich zu erkennen. Durch den letztens erfolgten Beitritt der wichtigsten europäischen Länder als Gründungsmitglieder der AIIB wurde vieles weitere angestoßen.

Die neue Seidenstraße wird am Ende China nicht nur mit seinen direkten Asiatischen Nachbarn verbinden, sondern auch die Eurasische Union und die Europäische Union anschließen. Auch wird die AIIB nicht nur Straßen, Schienen und Hafen Projekte fördern, sondern auch in der Frage der Energie Versorgung tätig werden.

CIPS ist ein weiteres wichtiges Projekt, das Ende 2015 eingeführt werden soll. Bei CIPS handelt es sich um das China International Payment System, dass Transaktionen in Echtzeit zwischen verschiedenen Währungsräumen ermöglichen soll. Es soll auch effizienter sein als das bisherige dominierende SWIFT Model.

Eine nicht zu verachtende und auch wohl gewollte Nebenwirkung von CIPS wird es sein, dass das Erpressungspotential, dass von einem möglichen Ausschluss aus dem SWIFT System ausgeht, verschwinden wird, da eine Alternative existiert.

CIPS ist ein Baustein, wie auch die AIIB und NDB, auf dem Weg zu einer Stärkung von Chinas wirtschaftlicher und diplomatischer Macht und auch die Macht der anderen BRICS Staaten wird dadurch zunehmen.

All diese Entwicklungen, werden den Yuan zu einer der bedeutendsten und stärksten Währungen der Welt empor heben.

In nicht all zu ferner Zukunft wird sich das Groß des Wirtschaftsgeschehen in die BRICS Staaten und ihre Verbündeten verlagern und die alte Welt der G7 nur noch ein kleiner Teil des globalen Kuchens darstellen.

Die G7 sind mittlerweile nicht mehr ein Club der Reichen, sondern ein Club der Schuldner, was auch dazu beigetragen hat das sich der politische und wirtschaftliche Aufschwung der BRICS so beschleunigt hat.