Öl-Trader – Lernen Sie die TankerTrackers kennen!

Liebe Leser,

als kurz- bis mittelfristiger Trader, hat man in der Regel alle Hände voll zu tun. Vor allem, wenn die Woche voller Veröffentlichungen an Daten und anderer Ereignisse ist. Hierzulande nutzt man erfahrungsgemäß, neben den gängigen Wirtschafts- und Newsmagazinen, zumeist deutschsprachige Blogs, um sich einen Überblick über die Gesamtlage zu verschaffen.

In den USA sind es zumeist ebenfalls Blogs und Twitter. Ich persönlich denke mittlerweile, dass Twitter der beste Kurznachrichtendienst ist, den man haben kann. Vor allem, wenn man liquide Werte wie Indizes, Währungen oder Öl handelt. Wenn man bei Twitter den richtigen Leuten oder Nachrichtendiensten folgt, dann erfährt man so gut wie alles, was man zur aktuellen Lage an den Märkten wissen sollte. Und das auf die Minute genau. Weiterlesen

Die Öl-Spekulanten und das Open Interest

Liebe Leser,

wie ihr bereits wisst, sind die großen Öl-Spekulanten an den Terminmärkten aktuell auf Rekord-Nettolong. In meinem letzten Beitrag habe ich auf eine Analyse eines Wall Street Bloggers verwiesen, der die Rekord-Position in das Verhältnis zum Open Interest gesetzt hat. In dieser Betrachtung sind die Positionen also noch lange nicht auf Rekord. Ob man das eher als bullisch oder nicht interpretiert, da es nach oben hin noch extremer werden kann, ist eine andere Frage. Hier soll es um das Open Interest gehen. Mein Ziel ist es herauszufinden, welche konkreten Aussagen uns das Open Interest liefern kann, außer die wir bereits kennengelernt haben.

Was ist das Open Interest?

Das Open Interest ist die Gesamtheit alle offenen Kontrakte an dem jeweiligen Terminmarkt. Dabei wird ein Kontrakt dann hinzugezählt, sofern es zwei Kontraktpartner gibt, also Long und Short. Soweit so gut. Ein Beispiel kann das besser verdeutlichen. Wir stellen uns drei Futures-Händler vor. Händler A, Händler B und Händler C.

  • Ein offener Kontrakt entsteht, wenn Händler A Long geht und Händler B Short. Das Open Interest steigt dann um 1.
  • Wenn Händler A seinen Long-Kontrakt wieder auflöst, wird das Open Interest 0 sofern auch Händler B seinen Short auflöst.
  • Händler A könnte seinen Long aber auch an Händler C verkaufen, während Händler B seinen Short weiterhin behält. In diesem Fall bleibt das Open Interest bei 1.
  • Händler C könnte allerdings nicht nur von Händler A einen Kontrakt kaufen, sondern auch von Händler B oder Händler D. In diesem Fall würde das Open Interest um 1 steigen.

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Kritischer Blick auf den COT-Report

Lieber Leser,

der COT-Report ist unter US-Tradern sicherlich schon einige Zeit bekannt. Hierzulande hat der Bericht seine Popularität jedoch erst seit Kurzem steigern können. Noch vor einigen Jahren, als ich mich begann damit zu beschäftigen, nachdem ich das Buch von Larry Williams „Aktien und Rohstoffe erfolgreich traden“ dazu gelesen hatte, konnte man die Daten in keinem der gängigen Wirtschaftskalender finden. Aktuell finden die Daten allerdings immer mehr Einzug.

Nebenbei gesagt, das Buch von Larry Williams ist für den Einstieg empfehlenswert, es ist jedoch so miserabel ins Deutsche übersetzt, so dass es, sofern man es nicht in Englisch hat, zu deutlichen Verständnisproblemen kommen kann. Das bessere Buch ist daher definitiv die „COT-Bible“ von Steven Briese.

COT-Positionen als preisbestätigender Indikator

Die Positionierung der einzelnen Händlergruppen als Sentimentindikator zu nutzen, hat sicherlich sein Reiz. Mich hat daran vor allem der Bezug zu den Terminmärkten und die Aufgliederung der Händler in einzelne Gruppen interessiert. Doch wie bei jedem Indikator, kommt man irgendwann einmal an den Punkt, an dem man sich die Frage stellt, in wie fern die Daten eine Indikation zum Preis überhaupt sein können?

Denn erstens ist offensichtlich, dass die Daten mit einer mehrtägigen Verspätung veröffentlicht werden und zudem sollte eigentlich klar sein, dass die eröffneten Positionen sich im betrachteten Preis sofort niederschlagen. Was macht es dann für einen Sinn, sich die Preisbewegung durch die Positionierung bestätigen zu lassen? Aber wie gesagt, diese Frage kann man sich bei vielen Indikatoren stellen. Denn Daten sind nun mal in der Regel vergangenheitsbezogen.

Spekukanten bei Gold

Wie auch andere Indikatoren, werden Netto-Positionierungen im COT-Report, wenn man sie längerfristig betrachtet, in der Regel als Kontraindikatoren angesehen. Dabei schaut man besonders auf Extrempositionierungen, bezogen auf einen längeren Zeitraum. Extreme Nettolong-Positionierungen im Goldpreis z.B. würden Weiterlesen