Shut Down, Default, Trump

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Das Schulden Limit der USA begleitet uns seit dem Jahr 2011. In regelmäßigen Abständen kocht das Problem hoch und wird notdürftig geflickt. Doch erst einmal zurück zum Anfang.

In Artikel 1 Absatz 8 der Verfassung der USA ist festgelegt, dass nur der Kongress im Namen der USA Schulden aufnehmen kann. Im Jahr 1917 wurde das bis dahin praktizierte Verfahren durch den Second Liberty Bond Act ersetzt. Mit dem Second Liberty Bond Act wurde die uns bekannte Methodik des Schulden Limits eingeführt.

Der Kongress ist dabei weiterhin gefragt, denn er muss in regelmäßigen Abständen das Schulden Limit erhöhen. Kann sich der Kongress jedoch nicht auf eine Erhöhung einigen führt das zu einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Bundesregierung, dem sogenannten Federal Government Shut Down. Ein solcher Shut Down erfolgte im Jahr 1995 zum Ersten mal und dauerte bis in das folgende Jahr hinein.

Im Jahr 2011 kam das Thema erneut auf den Tisch, dieses mal unter dem Eindruck der Finanzkrise. Die Polarisierung des Landes war damals schon gegeben und so konnte sich der Kongress nicht einigen zu welchen Bedingungen das Schulden Limit erhöht wird.

Aufgrund der Nicht Einigung des Kongresses stufte die Ratingagentur S&P die Bonität der USA herab. Der Downgrade erfolgte am fünften August und in Folge dessen rutschte der Dow Jones Industrial Index am folgenden Handelstag um 635 Punkte ab. Schon im Juli begann der Markt zu schwächeln und der DJI verlor über 2000 Punkte.

Das Problem war natürlich nicht gelöst worden sondern gärte im Untergrund weiter. Im Jahr 2013 kam es wieder zum Vorschein und führte zum No Budget, No Pay Act. Daraufhin wurde das Schuldenlimit vom vierten Februar bis zum 18ten Mai ausgesetzt. Erneut wurde das Schuldenlimit Ausgesetzt im Zeitraum vom 17ten Oktober 2013 bis zum siebten Februar 2014. Diese Aussetzungen sind mittlerweile ein Normalzustand geworden.

In den folgenden Jahren wurde das Schulden Limit für den Zeitraum 12ten Februar 2014 bis zum 15ten März 2015 ausgesetzt. Im Oktober 2015 wurde zum letzten Mal das Limit ausgesetzt und zwar bis zum 15ten März 2017. Dieser Termin rückt nun näher und eine Einigung im Kongress ist unter den gegebenen Umständen kaum zu erwarten.

Damit erscheint die Gefahr eines Federal Government Shut Down recht wahrscheinlich, was jedoch erst einmal nicht so gefährlich ist. Der Shut Down führt zwar zu einer erhöhten Volatilität, doch wirklich negative Auswirkungen auf die Aktienmärkte hat das Event nicht. Viel gefährlicher ist es, dass am Ende ein Default Event stehen kann und damit enorme Turbulenzen zu erwarten sind. Das konnte man sehen, als die USA im Jahr 2011 einen Downgrade durch die Ratingagentur S&P erhielten.

Ein Default der USA unter Präsident Trump ist unwahrscheinlich aber denkbar, denn er versucht die USA zu führen wie einen Konzern. In dieser Logik ist es gar nicht mal abwegig, wenn er Chapter 11 „anmeldet“, denn das ist der natürliche Weg für ein Überschuldetes Unternehmen. Er selbst hat dazu zwar wenig Befugnis, jedoch muss sich der Kongress bis zum Oktober diesen Jahres einigen. Denn ab Oktober hat die Bundesregierung keine Mittel mehr, um die Schulden und Zinsen zu bedienen.

Der Monat März wird es uns zeigen, ob das Schulden Limit erneut ausgesetzt wird oder der Kongress sich auf einen neuen Modus Operandi einigen kann. Unter Präsident Trump wird es nicht langweilig werden und der Ausgang ist kaum absehbar. Aus diesem Grund muss man unbedingt auf den 15ten März acht geben und mit erhöhter Volatilität auch schon im Vorfeld rechnen.

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