Querdenker – Den Fokus auf die Stärken!

Der richtige Kontext ist entscheidend!

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Können sie sich noch an ihre Schulzeit erinnern? Waren sie in allen Fächern gut? Oder doch nur in denen, in denen sie Interesse entwickeln konnten?

Die wenigsten Schüler sind in allen Fächern gleich gut (oder schlecht). Bei mir war es nicht anders. Rechtschreibung und Schriftbild waren (und sind) tatsächlich nicht meine Stärken. Meine Aufsätze wurden in der Schule regelmäßig inhaltlich als „sehr gut“ bewertet, während ich für richtiges und schönes Schreiben selten ein „gut“ schaffte. Nun dürfen sie raten, in welchem Bereich ich zu Hause „üben“ sollte …

Natürlich ist es klar, dass man offensichtliche Schwächen eines Kindes ausgleichen möchte, um ihm so einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Allerdings wird hier eine Menge Energie auf den Ausgleich der Schwächen verwendet, während die Stärken wenig gefördert werden. Das fällt natürlich nicht wirklich auf, da ein „sehr gut“ eben nicht zu steigern ist. Und doch, das Gehirn, welches großes Interesse an gewissen Gebieten hat, fühlt sich wohler, wenn es tun kann, was es tun will. Es entsteht quasi eine Art „Flow“, wenn wir tun, was wir gut können. Wenn der Fokus allerdings immer wieder auf die vermeintlichen Schwächen gelegt wird, können negative Auswirkungen auftreten, die sich durch unser gesamtes Gefühlsleben ziehen. Unser gesamtes Empfinden hängt an so vielen unbewussten Prozessen (und kann daher teilweise gesteuert werden), dass es sich lohnt, genauer hinzusehen.

Der ein oder andere hat sich sicher schon in das von mir hier vorgestellte Buch von Daniel Kahneman, „Schnelles Denken, langsames Denken“, eingelesen und wird über interessante Phänomene und Verhaltensweisen gestolpert sein. Gerade die „Experimente“ mit den Studenten sind dabei immer wieder ein Genuss. So lieferte ein Experiment ein Beispiel, wie Korrelation einzig durch die Anordnung der Fragen auf einem Fragebogen entsteht.

So wurden die erste Gruppe von Studenten gefragt:

Wie glücklich fühlen Sie sich zurzeit?
Wie viele Verabredungen hatten Sie im letzten Monat?

Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Fragen ist ja tatsächlich gegeben und doch korrelierten die Antworten auf diese Fragen nicht.

Die zweite Gruppe wurde gefragt:

Wie viele Verabredungen hatten Sie im letzten Monat?
Wie glücklich fühlen Sie sich zurzeit?

Und sie ahnen es, nun war die Korrelation zwischen den Antworten so hoch, wie sie nur sein konnte. Was war passiert?

Die Frage: Wie glücklich wir uns fühlen? ist eine Frage die nicht wirklich leicht beantwortet werden kann. Ganz anders als die Frage nach den Verabredungen. Unser Gehirn hat also die schwierigere Frage durch die einfachere Frage, die vorher gestellt wurde, ersetzt und fand eine Antwort, die extrem hoch mit der ersten Frage korreliert.

Was können wir daraus für unseren Alltag lernen?

Wenn wir gewisse Dinge wirklich gut beherrschen, dann sollten wir versuchen, diese Dinge auch zu tun. Immer wieder sollte man bewusst den Fokus auf diese Dinge legen und die Frage nach dem Wohlbefinden mit diesen Dingen in Verbindung bringen. Da Trading vor allem ein Geschäft ist, in dem wir das Verlieren lernen müssen und Verluste psychologisch schwerer wiegen als Gewinne, sollten wir uns andere Bereiche des Lebens suchen, um unser Wohlbefinden zu definieren. Ihr familiäres Umfeld wird es ihnen danken! Wenn sie nun denken, dass sie nicht so einfach zu steuern sind, so denken sie daran, dass dieses oben beschriebene Experiment mit Studenten durchgeführt wurde, also Menschen die für sich in Anspruch nehmen, ebenfalls gebildet zu sein. Wir können uns vieler Zusammenhänge in unserem Kopf nicht entziehen, aber wenn wir sie kennen, können wir sie nutzen!

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