Die „German Angst“ und das Gold

„Dumb German Money“ – ein Terminus der seit Jahren in den Finanzmärkten kursiert, trifft auf die „German Angst“.

So in etwa könnte man erklären, dass die Deutschen nun schon seit Jahren auf ein totes Pferd setzen. Dieses Pferd rostet nicht, glänzt wunschschön in der Sonne und braucht kein Futter. Allerdings bringt dieses Pferd auch keine Erträge. Wie dumm muss das deutsche Geld also sein, das es mal wieder auf so einen lahmen Gaul setzt?

Die Frage war sicherlich in den letzten Jahren immer wieder berechtigt. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Situationen, in denen die German Angst zu Überreaktionen führte, ist die Sachlage dieses Mal nicht so deutlich.In jedem Fall kann man sagen, dass das „Geldsystem“ auch diese Krise überleben kann und wahrscheinlich auch wird. Doch ist damit schon gesagt, dass die Anlage in Edelmetall wirklich „dumb“ ist?

Auf der einen Seite steht ein Umstand der tatsächlich dafür spricht. Gern wird die Geldmenge, die die Notenbanken schaffen als Argument für Gold gesehen. Dem ist nicht so. Wenn die Notenbanken Zentralbankgeld schaffen, dann wirkt dieses Geld stabilisierend auf die Kapitalmärkte. Da gibt es nichts zu rütteln. Natürlich kann es immer unvorhergesehene Ereignisse geben, die den Markt trotz dieser Maßnahmen extrem belasten könnten und natürlich kann der Markt auch immer korrigieren. Doch das sind nicht die Gründe, warum Goldkäufer physisch Gold kaufen. Nein, die Gründe sind eher Angst vor einem Systemzusammenbruch oder einem heftigen Marktcrash mit folgenden Finanzrepressionen. Da diese Dinge allerdings nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit eintreffen werden, sollte man niemals nur auf Gold setzen. Dieser Schritt wäre unvernünftig. Allerdings sollte man Gold auch nicht ignorieren. Denn alles was passieren kann, wird auch passieren, die Frage ist nicht ob, sondern wann. In 1000 Paralleluniversen mit den gleichen Ausgangsbedingungen wie den unsrigen würde mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit in dem einen oder anderen das Papiergeld in den nächsten 10 Jahren in die Luft fliegen. Die Auswirkungen wären katastrophal. Bliebe die Frage, ob Gold für diesen Fall wirklich die richtige Alternative wäre. Aus meiner Sicht wurde diese Frage in den letzten Wochen mehr als deutlich beantwortet. Ob nun in Indien durch die „Bargeldreform“ oder in Italien vor dem Referendum, überall sind die Menschen sich einig, dass die Währung neben der Währung eben doch ein Pferd ist, welches nicht rostet und nichts frisst.

Grund genug also, sich in jedem dieser Universen durch einen Griff in den Goldtopf auf diesen unwahrscheinlichen Fall vorzubereiten, solange das noch möglich ist.

Aber selbst wenn alles gut geht, ist die aktuelle Politik der Notenbanken zwar ein Faktor, der das Geldsystem stabilisiert, allerdings befeuert diese auch Finanzmarktblasen. Ob Immobilien, Aktien, Kunst oder eben Gold. Jedes „Anlagegut“ könnte in der aktuellen Zeit durch die Decke gehen. Meistens wechseln sich diese Blasen ab, je nachdem welche Anlage gerade besonders „Sinn“ macht. Ein Goldpreis von mehreren tausend Dollar ist dabei nichts, was ich nicht erwarten würde.

Am Ende bleibt zu sagen, dass das „Dumb German Money“ gar nicht so dumm ist, wenn der Horizont denn stimmt und das Gold im Keller nur einen Teil des Vermögens ausmacht.

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3 Gedanken zu “Die „German Angst“ und das Gold

    • Ja. So zeigt sich auf jeden Fall, welche Währung im kollektiven Gedächtnis der Menschen als No. 1 gesehen wird, wenn es mit der eigenen nicht mehr läuft.

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