Warum der „Messergriff“ doch manchmal sein muss

TH’s Risiko Serie Teil 1

Eine oft gehört und gelesene Indoktrination der allgemeinen Traderausbildung, am Leben gehalten durch viele Fachartikel und „Profi Aussagen“, ist die Warnung vor dem „Messgeriff“. Frei angelehnt an die heilige Gebotsformel: „Du sollst nicht ins fallende Messer greifen“.

Diese Aussage möchte ich heute auf den Prüfstand stellen. So viel kann ich vorab verraten: Danach sehen sie manche „Börsen Gebote“ in einem neuen Licht. Sie formulieren diese „Gebote“ womöglich für sich selbst neu.

In Ihrem eigenen Beruf wird selbstständiges denken immer vorausgesetzt. Als Börsenhändler sollten Sie diese Eigenschaft noch weiter ausbauen und Ihren Verstand mindestens so scharf halten wie das besagte fallende Messer.Hinterfragen Sie alles, nehmen Sie nichts als gegeben oder gar als unumstößliches Gebot an. Viele solche „Phrasen“ sind zwar nicht zwingend falsch, sie werden Ihnen aber ohne den Kontext serviert und das führt den unbedarften Trader nur allzu oft aufs Glatteis.

Das Risiko das damit mitigiert werden soll ist offensichtlich, fällt der Markt und man kauft in den fallenden Markt besteht das Risko rasch „geschlachtet“ zu werden. Soweit so wahr…

Fakt ist aber: Möchte man günstig „kaufen“, oder teuer „verkaufen“, braucht man bessere Preise wie der Rest der Marktteilnehmer.

Tagestiefs und Tageshochs sind auf der Preisleiter immer nur für einen extrem kurzen Zeitraum verfügbar!

30mins

Für die restliche Dauer des Tages gibt es oft genug nur noch schlechtere Preise. Ja es kann auch sein das ein laufendes Tief auch noch unterschritten wird. Aber das ist eben das Risiko und das muss man auch manchmal eingehen, möchte man ein ordentliches Ergebnis haben.

Ich sage absichtlich „manchmal“. Denn um einzuschätzen ob etwas „weit fortgeschritten“ oder gar „fertig“ sein könnte, muss man die anderen Marktteilnehmer beobachten.

Kenne die Konkurrenz!

In jedem Geschäft beschäftigt man sich vor allem auch mit der Konkurrenz. Was machen die? Wie machen Sie es? Wie verhalten sie sich in unterschiedlichen Situationen? Wie stark sind sie? Wie nachhaltig sind deren Operationen?

Als echter Experte kennt man nicht nur sein eigenes Revier.Man weiß in der Regel auch wie andere Kollegen sich verhalten und welche Methoden sie nutzen. Als Experte wissen Sie wie Newstrades funktionieren, wie Charttechniker vorgehen, auch wie Momentum Trader aufstocken, oder wie und wo Scalper traden. Sie wissen vor allem in welchen Zeitebenen wer operiert und deshalb können Sie erkennen wer heute den Tag dominiert.

Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass kurzfristige Trader den Markt beispielsweise besonders weit unter Value drücken können? Diese Wahrscheinlichkeit  ist nicht besonders hoch. Diese Gruppe hat zwar viel Geld aber ihr Verhalten ist kurzfristig ausgerichtet. Schnell rein und schnell raus und heute Abend am besten in der Bar sein anstatt im Markt. Deren Preise sind nicht besonders beständig. Die von Scalpern sowieso nicht.

Ich konnte das heute im Dax gut beobachten:

Das hier habe ich heute Morgen einigen guten Kollegen zur Verfügung gestellt: (Praktisch für die Beweisführung, ich nutze das wirklich so)

Hier gehts zum Thread:

Dax-A

So sah es ein wenig später aus:

Dax-B

Ich habe erkannt das hier nur „die Kleinen“  den Markt drücken. Da die nur kurzfristig investiert sind habe ich „ins Messer gegriffen“.

Hätte ich dan „längfristigere“ Trader vermutet, hätte ich das nicht getan. Um diesen Kontext geht es – Bei allen Regeln.  Ohne Risiko gibt es auch keinen Gewinn. Das Risiko ist aber vertretbar, wenn Sie das Assessment machen und die Konkurrenz kennen. Würde ich stur dieser „Börsenweisheit“ folgen, hätte ich diesen Preis nicht bekommen.

Wer den Dax live beobachtet hat, sah dass es in kurzen heftigen Schüben nach unten ging – Sehr rasch und sehr hart. Das ist Momentum Trading. Momentum trader springen auf eine Bewegung auf und „Pilen“ ihre positionen auf. Sie pyramidisieren in eine laufende Bewegung. Sieht man genau hin, pasierte das unter Value und unter dem fairen Tagespreis. Dazu muss man aber einen Schritt zurück treten und den Preis ignorieren und sich nur auf die Situation konzentrieren. Übrigens folgte deren Verkauf auch unter Wert von gestern, eine sehr gefährliche Aktion mal am Rande bemerkt..  Das nennt man „Verkaufen zu schlechten Preisen“.

Vorher haben diese Kollegen genau zur Mitte und auch zum Open getraded – Punktgenau! Das machen langfristige Trader nicht. Das machen nur die kurzfristigen Trader. Auch Fibos wurden getestet, auch das machen „Investoren“ nicht.

Also habe ich meine „Börsen Regel“ wie folgt formuliert: „Greife auf jeden Fall ins Messer, wenn die Situation stimmt“

Euer,

TH.

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s