Rekordjagd und kein Ende in Sicht

Die vergangene Handelswoche hatte es in sich. Von einem Sommerloch kann beim Blick auf die Kurstafel zumindest keine Rede sein. Denn Zurückhaltung von Anlegern sieht anders aus. Arbeiten wir hier das Geschehen einmal auf und geben einen Ausblick auf die mögliche weitere Entwicklung.

DAX in der Vorwoche mit Ausbruch

Im Rückblick zur Analyse vor einer Woche mit dem Titel Ausbruch & Sommerrallye im DAX beim zweiten Anlauf? hatte ich den Fokus auf den Abwärtstrend im Deutschen Aktienindex gelegt. Dieser beginnt ab dem Allzeithoch und zieht sich seitdem über den Kursverlauf südwärts. Gerade langfristige Investoren schenken diesen Bewegungen und Linien, wie auch der 200 Tagelinie, erhöhte Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund lege ich den Stundenchart auch immer als Basis für meine Chartanalyse aus. Und kopiere ihn aus der Vorwoche hier noch einmal ein:

2016-08-07_teaser

Der zweite Ausbruchsversuch sollte es nun also werden, wie im Fazit der Analyse formuliert. Hier noch einmal als Zitat:

Aus Sicht der Bullen könnte der zweite Anlauf nun also mehr Erfolg versprechen und den DAX über den Abwärtstrend heben. Eine entsprechende Dynamik ist dann dort zu erwarten.

Zum Wochenstart war dafür noch nicht genügend Kraft oder fachlich korrekt ausgedrückt: Nachfrage vorhanden. Im Tagesverlauf stellte das Vorwochenhoch, welches mit der Abwärtstrendlinie zusammentraf und auch das Jahreshoch bildete, einen zu starken Widerstand dar. Denn an dieser Stelle fand eine hohe Um- und Neupositionierung der Marktteilnehmer statt. Noch am Abwärtstrend festhaltende Akteure nutzten die letzte (und sicherlich riskanteste) Chance auf einen weiteren Abprall am Abwärtstrend. Zeitgleich positionierten sich die positiv gestimmten Marktteilnehmer mit Blick auf einen möglichen Ausbruch genau unter dieser Marke. So erlangte diese bei 10.480 eine brisante Bedeutung. Für alle Daytrader hatte ich dies Montags in den Tages-Trading-Chancen mit folgendem Chartbild (Link zum Nachlesen -> DAS ist der Deckel im DAX aktuell) vermerkt:

2016-08-08_dax1

 

Der Ausbruch musste also vertagt werden. Doch nicht auf lange Zeit, denn schon am Dienstag schlich der DAX förmlich über diesen Widerstand. Mangelnde Dynamik an so einer wichtigen Stelle machten dann viele Marktteilnehmer skeptisch und veranlassten sie, sich gegen den Marktverlauf zu stellen. Dies wurde leider einigen (nicht nur DAY-)Tradern zum Verhängnis. Warum? Weil sie sich wie ein Frosch gefühlt haben müssen, als der DAX bis zum Handelsende zu einem starken Short-Squeeze ansetzte und sogar die 10.700er-Marke noch erreichte. Alles im Trend jedoch, gut sichtbar und mit entsprechender Disziplin auch handelbar, wie das Chartbild vom Dienstag im Nachgang zeigt:

2016-08-09_dax

Wieso komme ich nun auf einen Frosch als Analogie zum Trader?

Ich zitiere dazu von einer renommierten Nachrichtenquelle:

Wirft man das Tier allerdings in lauwarmes Wasser und erhitzt dieses dann langsam, so rührt es sich nicht. Es bleibt einfach sitzen, bis es schließlich verendet. Die Begründung: Der Frosch bemerkt die langsame Veränderung der Temperatur nicht und erkennt somit nicht die drohende Gefahr. (Quelle: n-tv Wissen ->)

Aber was lernen wir daraus? Für mich war dies Anlass, in dieser Woche noch einen weiteren Artikel zum Thema Trading-Wissen und Erfahrungen dazu hier zu publizieren.

Exkurs: Vom Plan zum Trade am Beispiel DAX

Wir alle kennen diese Situationen nicht erst seit dem Short-Squeeze am Dienstag. Beim Blick auf den Markt kommen uns gefühlt tausend Ideen für Trades. Und dann startet eine schnelle Bewegung im Chartbild und es juckt sprichwörtlich in den Fingern vor der Handelsmaske. Doch STOPP – dies ist kein Trading, dies ist nur ein Impuls, dem man jedoch nicht nachgeben MUSS. Denn wer auf Dauer Gewinne erzielen möchte und duplizierbare Trades in seinem Alltag umsetzen will, der muss sich einen entsprechenden Plan als Grundlage für den Erfolg zurechtlegen.

Wie dies im ersten Schritt – der Analyse – erfolgt, zeige ich jede Woche hier und habe es für den DAX am Freitag vor dem Trade, in der Trade-Betreuung und in der Nachbereitung noch einmal öffentlich gezeigt. Den Artikel dazu findet Ihr an dieser Stelle: Den Trade planen und umsetzen (klick ->)

Aktuelle Situation im Chartbild

Nun ist der Ausbruch also vollzogen. Das aktualisierte Chartbild aus der Einleitung sieht nun wie folgt aus, den Ausbruch habe ich grün markiert:

2016-08-14_dax1

Eine Konsolidierung auf diesem Niveau ist nun durchaus gesund und hat sich am Freitag bereits gezeigt. Dies muss nun aber nicht gleich bedeuten, dass hier die Luft komplett entweicht und wir die grobe und neu eingeschlagene Richtung wechseln. Immerhin kann man beim Zoomen in den Chart eine Menge Aufwärtstrendlinien einzeichnen. Man kann nicht nur, ich habe es getan:

2016-08-14_dax2

Das Umfeld ist und bleibt wohl eher positiv ausgerichtet. Neben den immer wieder neuen Rekordständen beim S&P 500 hat nun auch der Dow Jones in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch über 18.600 Punkten generiert. Ebenso der Nasdaq 100 und nicht zu vergessen beim Blick auf den deutschen Markt, das Jahreshoch beim MDAX in dieser Handelswoche. Es sind somit eine Menge Indizes und damit Signale auf den großen Zeiteinheiten im Kaufmodus. Dies schlägt sich bei institutionellen Anlegern als Drucksituation nieder, denn spätestens zum Jahresende kommt dort bei weiter steigenden Kursen die Frage auf „Warum waren Sie nicht dabei?“. Wir wollen hoffen, dass dort keine Frösche an den Trading-Modulen sitzen 🙂

Skepsis ist durchaus angebracht, gerade beim Blick auf die Schuldentürme der Notenbanken. Hier steht allerdings die Charttechnik im Mittelpunkt und die gibt aktuell kein Verkaufssignal. Am Donnerstag wurde als Konsolidierung nur der Bereich um 10.630 angelaufen und hat gehalten. Mein Beitrag dazu aus den Tages-Trading-Chancen dazu (klick ->):

2016-08-11_dax1

Ausblick im DAX mit Szenarien

Diese gezeigte Unterstützungszone erlangt nun im Stundenchart eine entsprechende Bedeutung, da sie die größere Konsolidierungszone bis zum großen Ausbruch darstellt. Ein Eintauchen darin mit Kursen unter 10.630 Punkten würde diese aktivieren und vermutlich durch entsprechende Stopp-Abarbeitungen bis zum Ausbruchslevel von Dienstag führen.

Doch soweit sind wir nicht und nach aktueller Indikation stabil über 10.700 Punkten. Für die Bullen gilt es nun, den kleinen Widerstand um 10.840 zu überschreiten und die nächste Stufe in der Sommerrallye zu zünden. Vor dem Hintergrund der genannten internationalen Stärke ist dies recht wahrscheinlich. Aus diesem Grund sind zwar beide genannten Szenarien (Konsolidierung bis Ausbruchsniveau VERSUS weiterer Bullenmodus) denkbar. Mit der Favorisierung auf die grüne Variante und Verweis auf den „Herdentrieb“ ist jedoch der grüne Pfeil für mich dominanter.

2016-08-14_dax3

Ich wünsche natürlich jedem Trader, Anleger und Investor maximale Gewinne und freue mich über entsprechendes Feedback und Verweildauer auf diesem Blog.

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Herzlichen Dank für Eure Unterstützung und viel Erfolg im Eigenhandel wünscht Andreas Mueller (Bernecker1977)

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2 Gedanken zu “Rekordjagd und kein Ende in Sicht

  1. Pingback: Konsolidierungszwang für DAX und Dow Jones | zero2one-inside-hps

  2. Pingback: Zurückhaltung vor Jackson Hole; Zeit für Einblicke | zero2one-inside-hps

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