Denken in Konzepten…

… ist der Weg zur erfolgreichen Trader Mentalität

Bevor ich Sie in fachliche Details verwickle, sollten Sie wissen, wie ich zwingend zu dieser Mentalität kommen musste und vor allem warum.

Sie kennen diese Situation: Sie identifizieren eine gute Handelschance, es passiert nicht das Erwartete und sie wundern sich was hier schieflief. Am nächsten Tag sind Sie bereits auf eine Andere Situation vorbereitet und plötzlich passiert genau was Sie gestern sehen wollten?

Das liegt daran, dass sie das Konzept zwar verstanden haben – Sie denken aber noch in Sachen Preis und nicht innerhalb des Kontext des Konzepts.

Viele von uns, vor allem die Jüngeren, können fließend Englisch sprechen. Sie können die Fremdsprache auch schreiben. Aber denken sie auch in Englisch, wenn sie Englisch sprechen? Das ist die Erste Hürde die zu nehmen ist. Dennoch, Meisterschaft erreichen Sie erst, sobald Sie auch Ihre Träume in Englisch träumen.

Sie erkennen das Problem? Die erste Hürde kann man sich noch vorstellen. Die Hürde zur Meisterschaft liegt unerreichbar fern, denn wer hat schon Einfluss auf die Sprache in der man träumt?

Ich kann Sie beruhigen. Die letzte Hürde kommt automatisch über Zeit. Leben Sie lange genug in einem Englisch sprachigen Land, sprechen Sie nie ihre alte Sprache und es wird automatisch passieren.

Sobald Sie das Konzept verstanden haben, fangen Sie nach einiger Zeit an die Dinge zu hinterfragen und auch innerhalb des Konzepts zu denken. Machen Sie das lange genug und sie erreichen die Meisterschaft im „Denken in Konzepten“. Sie entwickeln eine Denkweise, die Ihnen ein echtes „Edge“ gibt.

 

Kehren wir zum beschriebenen Problem zurück.

  • Gute Ergebnisse erzielen wir meistens in unserem eigenen Zeitfenster. Das bedeutet, der Marktzustand handelt in unserer bevorzugten Chartgröße und wir fühlen uns wie zuhause und platzieren gute Trades.
  • Sobald aber eine Überschneidung der Ebenen stattfindet, verhält der Markt sich plötzlich anders und viele – auch erfahrene –  Trader fangen an gegen den Markt zu handeln.
  • Es ist nicht ungewöhnlich einen Trade zu platzieren und heute die entsprechenden Ergebnisse zu erwarten, welche eigentlich noch mehrere „Zeitebenen“ weit weg sind. Das passiert sobald der Markt zu viel Überhang auf einer Seite entwickelt hat, zu viele Zeitebenen haben zu schlechten Preisen gekauft oder verkauft.
  • Stellen Sie sich einen Autohändler vor, der seinen Hof voll mit den älteren Modellen hat. Seine Marke hat neuerdings neue Modelle im Angebot und der Händler muss den Hof leer bekommen. Im Zuge dessen kann er nur runter mit dem Preis. Das ist im Trader Jargon „Liquidation“. Er hat zu teuer und zu spät gekauft. Zeit und Preis!

Preis ist ein „Werbemechanismus“ nichts Anderes. Wer nur auf den Preis achtet, ist im Nachteil gegenüber jemandem der den Kontext und das Konzept versteht.

Zeit ist ein „Regulator“, es macht einen Unterschied wie lange etwas dauert, oder wie schnell etwas passiert.

Volumen ist eine „Messgröße für Erfolg oder Misserfolg“.

Value „bestimmt die Richtung“

Erfolgt ein Anstieg sehr schnell, wird von hohem Volumen begleitet, ist die Erfolgschance höher mit dem Anstieg mit zu gehen als dagegen. Diese Definitionen können Sie bei vielen älteren Top Tradern nachlesen. Bringen Sie alle Faktoren übereinander und sie machen etwas das Computer niemals machen könnten.

Auf „Value“, den Wert,  gehe ich in einem späteren Artikel ein, es ist wichtig erst das Konzept zu verstehen und dann erst Value.

Im folgenden Verlauf bezeichne ich die eindimensionalen Trader als „Preistrader“ und es ist nicht abwertend zu verstehen. Ihnen steht eben nur die Dimension Preis zur Verfügung. Manche nutzen auch Volumen aber die allerwenigsten auch Zeit. Sie können nur Anhand von Preisentwicklung ihre Entscheidungen treffen. Sie sehen in den seltensten Fällen was ich sehe und bauen das Geschehen auch nicht zu einem Gesamtbild zusammen.

reason

Dow Jones Industrial Average

  1. Ein neues Hoch am 8.8.2016 verleitet Preistrader am 9.8.2016 dazu am neuen Hoch Long einzusteigen. Neue Hochs, höhere Preise, richtig? Der Werbemechanismus sagt „höher“, aber die Zeit findet kaum Beachtung. Der Preis braucht gefühlt ewig, geht langsam und deshalb ist dieser Preisanstieg mit Vorsicht zu betrachten. Die Dauer indiziert es sind teure Preise.
  2. Am 10.08.2016 dann die Liquidation dieser sehr späten Long Einsteiger. Der ganze Tag bestand aus Liquidation.
  3. Am 11.08.2016 erfolgte ein wirklich guter Start der zügig über das Hoch vom 10.08.2016 ging und dann langsamer wurde. In meinem Forenthread auf Wallstreet-online.de erwähnte ich noch „Das sieht trendig aus, fühlt sich aber nicht so an“ Ich sah die Kollegen zu schlechten Preisen kaufen und wollte dann die Liquidation handeln. Man muss zusätzlich erwähnen, in der Mitte des Hochs ist ein altes Monatshoch. Hier überschneiden sich die Zeitebenen und es kam an diesem Tag nicht zur Liquidation. Es musste zeitlich mehr verarbeitet werden.
  4. Die Liquidation kam dann am 12.08.2016. Ich habe den Kontext weitergeführt: „Es läuft Liquidation“.  Dennoch, niedrigere Kaufpreise am Hoch des 9.8.2016 sind Kaufpreise für Preistrader.  Viele der Preistrader gingen daraufhin Intraday Long und wurden kurze Zeit später zu Asche. Sie kannten und sahen diesen Zustand nicht und konnten deshalb auch nicht entsprechend agieren.

Sagen Sie den Preistradern, dass Sie an dieser Stelle mit neuen Hochs gegen den Markt gehandelt haben. Sie werden Sie freundlich anlächeln und nicht verstehen was Sie meinen.

Sie haben außerdem zwei Dinge gelernt.

  1. Vorteil: Man kann frühzeitig erkennen wie sich eine gefährliche Situation entwickelt und sich entsprechend vorbereiten. Sie können damit sogar vermeiden „in der Masse“ mit zu traden.
  2. Nachteil: Sie können nicht genau sagen wann es eintritt. Auch nicht mit diesem weit entwickelten Verständnis. Um das auszugleichen brauchen Sie Signaturen. Auf die kommen wir aber noch zu sprechen.

Im Gesamtkonzept denken und handeln. Ob bewusst oder unbewusst, dies ist das Ziel auf das alle Trader hinarbeiten.

Es ist das Zielbild der Tradermentalität.

 

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6 Gedanken zu “Denken in Konzepten…

  1. Ich hoffe es bringt jemandem was. Der Einstieg in dieses Thema ist leider nicht wirklich leicht.

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  2. Hi das klingt alles sehr spannend ! Ich freue mich auf die nächste Zeit und würde gerne mit der Methode ein paar Papier Trades durchführen, jedoch gibt es im Netz nur kostenpflichtige Versionen oder kostenpflichtige Indikatoren zum Download. Dies ist mir zum Testen dann doch etwas zu viel. Ich bleibe trotzdem am Ball und schaue von der Seitenlinie zu 😀

    Gefällt 2 Personen

    • Eine Investition will wohl überlegt sein, das stimmt. Abgesehen von „Open Source“ Projekten, die oft einen allgemeinnützigen Gedanken verfolgen, ist es im Leben überwiegend so, dass man bekommt wofür man bezahlt. Bezahlt man nichts ist es entweder nichts Wert oder die Kosten wurden umgelegt. Irgendwann kommt jeder Krieger an einen gewissen Punkt und tauscht seine Keule gegen ein gefaltetes Katana. Leider kann man das nicht selber schnitzen =)

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