Brexit am Strand

 

Nun ist sie endlich da, die Woche der Brexit Entscheidung, die nach einhelliger Meinung der großen Adressen (Goldman Sachs, Morgan Stanley, Deutsche Bank) 10-15% Bewegungen in den Indizes und Währungspaaren auslösen dürfte. Ob diese Zahlen seriös sind und ob die Zentralbanken, wie vollmundig versprochen, im Falle eines Brexit massiv eingreifen werden, bleibt abzuwarten.

Ein Eingreifen der BoE und der EZB im Falle eines Austritts Großbritanniens dürfte wohl eher massive Spikes auslösen als wirklich stabilisierend wirken. Ich glaube, dass selbst die so allmächtig erscheinenden Zentralbanken bei einem Brexit nicht mehr bewirken können, als ein mit einem Haltesignal winkender Schaffner, der sich auf den Gleisen einem anrollenden Güterzug in den Weg stellt.

Ein Brexit könnte nämlich Signalwirkung auf Frankreich, die Niederlande und auch einige osteuropäische Länder haben, in denen Referenden in den kommenden Jahren, durch politische Veränderungen. nicht ausgeschlossen erscheinen. Kurzum: Ein Brexit würde für die EU und ihre politischen Ziele über Jahre zu einem massiven Bremsschuh werden, besonders dann, wenn sich über die kommenden Monate und Quartale danach herausstellte, dass Großbritannien eben nicht in wirtschaftlichem Niedergang und Chaos versinkt.

Es drängt sich sowieso der Gedanke auf, dass -besonders im Dax- seit Jahresbeginn nicht mehr wirtschaftliche Realitäten gehandelt werden, sondern politische Aussagen, Umfrageergebnisse, EZB Bekundungen und Umfrageergebnisse zum Brexit. Und natürlich die „Ergebnisoptimierungen“ der Emittenten, die sich regelmäßig zum Optionsverfall den Markt so zurechtbiegen, dass ein Großteil der von ihnen verkauften Optionen wertlos verfällt.

Von Februar bis März stieg Dax um 1.400 Punkte, fiel dann 670 Punkte, stieg im April 1.000 Punkte, um dann bis Anfang Mai 800 Punkte abzugeben. Die letzte Welle ab Mai lief dann 650 Punkte nach oben, um danach rund 950 Punkte abzugeben. Herausgekommen ist bei diesem Zickzack Kurs eine mögliche SKS Formation im Tageschart, deren Nackenlinie am 10. Juni bei ca. 9.900 Punkten nach unten brach.

Bei einem Brexit dürften die SKS Ziele bei 9.350 und 9.080 mit Leichtigkeit erreicht werden. Entscheiden sich die Briten für einen Verbleib in der EU, sollten wir eine Tageskerze sehen, die ohne Probleme die 10.000 touchieren wird.

Tageschart:


Aufgrund der Vehemenz der anstehenden Bewegungen macht es deshalb wenig Sinn, über Widerstände und Unterstützungen im großen Bild zu philisophieren. Wir schauen uns deshalb den M30 an, der uns in den ersten drei Tagen dieser Woche Orientierung geben sollte.

Seit Hoch 10.315 hat Dax mit einer Kette von 9 Gaps jeweils overnight den Markt so kräftig bewegt, dass hier im Kassa keine zusammenhängenden Kurse erkennbar sind.
Als kleines Zeichen einer möglichen Stabilisierung sehen wir einen Doppelboden im Bereich 9.430, der dem Dax seit Donnerstag einen Zuwachs von rund 200 Punkten bescherte.

Im Kassa Chart ist aber auch zu sehen, dass Dax es am Freitag (Schlusskurs 9.631) nicht schaffte, die „Mindesterholung“ 23.6% Fibo 9.638  zu überspringen. Am Freitag im Späthandel bis 22:00 Uhr lief er allerdings (siehe links) noch über das 23.6%RT und schaffte es bis an die OK eines möglichen Megaphone Patterns, auch broadening bottom genannt, bei 9.721.

Wir haben nun unten im Chart zwei mögliche Formationen: Ein broadenig bottom/ Megaphone mit Ziel 9.300 und tiefer oder eine in dieses Bild eingefügte bullische iSKS.

M30:

Die bullische iSKS Variante:

Dax wird Montag die rote OK des Megaphones und gleichzeitig Nackenlinie der iSKS überspringen und mit Überwindung des 38.2% RT 9.768 in die Fibo Farbzone eindringen. Das kleine Ziel der iSKS läge dann am 50%RT 9.872, das große Ziel der Bewegung kurz über dem wichtigen 61.8%RT 9.977, bei glatten 10.000.

<Die bärische Megaphone Variante:

Dax fällt am Montag wieder unter die Mindesterholung 23.6%RT bei 9.638 und arbeitet sich zu einem neuen Test des letzten Tiefs bei 9.429 vor.

Beide Varianten sind möglich, die Eintrittswahrscheinlichkeit hängt auch von den Umfrageergebnissen ab, die in dieser Woche sicher mehrfach täglich -und von verschiedenen Instituten- übermittelt werden dürften. Eine dritte Möglichkeit wäre das Verharren in einer 100-150 Punkte hohen Spanne bis zum Donnerstag, mit nervenden und sinnfreien Zickzack Bewegungen.

Tageschart:

Sollte sich der Markt deutlicher in Bewegung setzen, vielleicht wollen ja EZB und BoE Fallhöhe schaffen, so wäre nach oben die Überwindung der Doppelfibo Zone 9.742 – 9.796 ein bullisches Signal. Sollte es einen Test des jüngsten Tiefs geben, muss man auf die untere Doppelfibo Zone 9.377 – 9.343 achten. Würde diese brechen, hätte Dax Luft nach 9.117, dem Anlaufen der Wolfe Wave Ziellinie (Montag 8.950) und sogar im späteren Verlauf der Woche einem Test des Lows vom 11. Februar, bei 8.699.

Eine liebe Freundin von mir hat einen genialen Schachzug gegen den kommenden Wahnsinn gemacht: Sie packte am Freitag ein Köfferlein und entfloh in ihrem Mini Cooper über die Alpen an die italienischen Strände. Sie wird sich dort in der kommenden Woche bei Sonne, Strandleben und guter Verpflegung erholen, um am Montag, nach dem Brexit Referendum, gut erholt ihre Trading Station zu starten. Sie wird also garantiert ohne Verluste in die KW 26 starten. Der p30 Blog wünscht schöne Tage und gratuliert zu diesem weisen defensiven Schachzug!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s