Japan, eine lösbare Krise

Die Lage der japanischen Wirtschaft ist wiedermal nicht besser geworden. Man möchte meinen, dass das gesamte Land seit Jahren und Jahrzehnten in einer Art Schockstarre verharrt, egal was von Seiten der Politik und der Zentralbank bisher unternommen wurde. Die Maßnahmen des Quantitaive Easings sind fehlgeschlagen und konnten keinen neuen Impuls, in der von Zombis durchsetzten Wirtschaft, freisetzen.

Vielleicht wäre eine radikalere Lösung besser? Man muss sich nur vor Augen halten, dass über 70% der ausstehenden japanischen Staatsanleihen von der Bank of Japan gehalten werden. Aufgrund der Tatsache, dass die BoJ eine Aktiengesellschaft ist, kann man diese Anleihen nicht einfach verfallen lasse, auch wegen weiteren möglichen Konsequenzen die daraus weltweit erwachsen könnten. Doch ein anderer Weg erscheint möglich, ohne das Japan die Anleihen ausfallen lässt.

Wie wäre es damit, dass die Anleihe Konditionen verändert werden. Man stelle sich einfach vor, dass die Anleihe Serien die zum Großteil oder sogar ganz von der BoJ gehalten werden in ihrer Charakteristik verändert werden, damit meine ich, dass die Laufzeit und der Coupon verändert werden. Das ist möglich solang sich Schuldner und Gläubiger darauf einigen können, was in diesem Fall nicht allzu schwer sein sollte. Wenn die Laufzeit der betreffenden Anleihen auf 100 Jahre gestreckt und der Coupon im negativen Bereich angesetzt wird, z.B. -0,1%, kombiniert mit einer 0% Zinszahlung (Null Coupon Anleihe), kommt dieses einem großen Schuldenschnitt gleich.

Ein solcher Schritt würde wohl nicht nur das Schuldenproblem lösen, sondern auch den Yen schwächen und die Inflation wieder anheizen. Den Yen zu schwächen und eine begrenzte Inflation zu erreichen wäre nach nun mehr als 20 Jahren Deflation ein Segen für Japan.

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7 Gedanken zu “Japan, eine lösbare Krise

  1. Sehr interessant deine Gedanken, schreib das doch mal den Japanern 🙂
    Für Griechland will man wohl Lösungen in ähnliche Richtung.
    Wenn wir schon dabei sind, was sagen solche Finanzexperten wie du (ihr beschäftigt euch ja nicht nur mit Trading, was ich so lese) zu solchen Thesen. Gut die wollen mit ihren
    Büchern Geld verdienen, klingt aber auch irgendwo rational:

    http://www.focus.de/finanzen/boerse/interview-mit-marc-friedrich-und-matthias-weik-crash-propheten-warnen-unser-geld-system-befindet-sich-im-endstadium_id_5562156.html

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    • meinung zum neoliberalismus, jop kann ich teilen, vgl. dazu Kapitalismus 4.0 https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/wirtschaft-und-politik/kapitalismus-40/15259/

      Zukunftslose Randgebiete, deren Attraktivität weiter abnimmt, jop, kann man vergleichen mit dem Trend der Urbanisierung und der Entvölkerung von Landstrichen, so kann man auch die Entwicklung von Staaten sehen

      das die Zentralbanken Anleihen kaufen ist jetzt wie soll ich sagen nicht so dramatisch da dadurch neue möglichkeiten aufkommen vgl dazu aktuellen artikel … und wie in dem interview gesagt, sie kaufen zeit, ist das schlimm, ich denke nicht denn das was kommt braucht zeit, besser waere es natuerlich sie wuerden unbefristet oeffentlich Gold ankaufen an den boersen, wuerde direkt einige Probleme loesen (hier ja auch schonmal diese Idee geaeussert)

      dass das BSP wächst der Wohlstand in der Breite aber abnimmt, nun ja, ist ein problem, wie kann man es lösen, da denke ich sofort an ein BGE, hatte ich ja schon öfters durchblicken lassen … ette hier https://de.wikipedia.org/wiki/Zbigniew_Brzezi%C5%84ski hat auch mal was dazu geschrieben, stichwort tittytainment (eher macht politischer natur)

      das inflation herrscht nun ja, positiv an den maerkten, schlecht fuer nahrungsmittel und miete, eine zweigeteilte gesellschaft eben … die einen fickt es die anderen nicht, die da oben haben aber nicht zu viel, lol sozi denke, damit se sich selbst parasitaer ernaehren koennen, nein die da unten haben zu wenig …. also loehne rauf, vereinfachung des steuerrechts (flat tax fuer alle), bei BGE Abschaffung aller sozialen Leistungen und den damit verbundenen beamten stellen

      Island hat definitiv alles richtig gemacht und sich nicht erpressen lassen von scheinriesen

      ob asset klassen überbewertet sind, ansichtssache, in deren crash scenario bestimmt nicht, denn eine aktie ist ein rechtstitel, eine verbriefung von einem eigentumstitel …. eine immo ist aus der warte auch nicht anders da dort auch eine verbriefung vorliegt quasi, steht ja im grundbuch wem es gehoert …. grundsaetzlich gilt eigentum verpflichtet … jedenfalls ist in dem scenario aus dem interview eigentum um jeden preis bzw zu jedweder bewertung besser als irgendwas sonst

      was die immo maerkte angeht und den trugschluss das es noch nie so guenstig war … nun ja LowIncomeNoAssets (LINA) heißt es dabei wohl, wenn se glueck haben sind se mit dem bezahlen fertig, wenn sie mit 90 in die rente gehen, doch die meisten werden scheitern …. also eindeutig subprime 2.0

      zu vollgeld, sehe ich eher kritisch doch eine fundierte meinung, nein habe ich nicht

      die asset klassen am ende edelmetalle jo ist ok sollte man auf die alte art und weise vergraben irgendwo … kann man dann seinen kindern eine schatzkarte hinterlassen lol … grundsaetzlich bin ich ein fan von eigentum in form von aktien, anteilen an GmbH´s oder Ltd´s, ein bisserl gold hinzu, ein wenig cash … aufjedenfall halte ich nichts von modemaerkten wie diamanten (hier erkennt doch eh keiner ob es sich nun um einen wertlosen kuenstlichen handelt oder es ein natuerlicher ist, neben allen anderen qualitaets merkmalen), whiskey, ey leute ist eine mode wie der kunstmarkt, beide intransparent, fuer faelschungen anfaellig, sehr enger markt taugt gar nichts, einfach nur eine mode … wenn man weine schnapps oder dergleichen sammelt, dann aus leidenschaft aber nicht wegen vermoegenserhalt oder so, da ist man auf dem Holzweg … zu meiden sind jedenfalls jegliche zahlungsversprechen egal welcher Natur (ob nu Versicherung, langlaufende anleihen, Festgeld gedoens, etc)

      mfg

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      • besten Dank für deine umfassende Antwort und natürlich für die Mühe und die Zeit.
        Natürlich schwieriges Thema, da aus meiner Sicht die aktuelle Situation ‚unique‘ ist.
        Aber ich würde natürlich gerne, soweit das möglich ist, vorbereitet sein, wenn es denn doch, egal in welcher Form, schiefläuft.

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  2. Das die Zeiten „schwierig“ sind ist so. Sonst wären die Zinsen nicht unter Null (in manchen Ländern ja sogar deutlich). Noch gibt es einige Ansätze die allerdings funktionieren können. Allerdings wird es ohne unkonventionelle Wege nicht gehen denke ich, daher kann man ohne Fantasie auf die Idee kommen, dass das Ende des Systems bevorsteht, ja.

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    • vielen Dank für deine Einschätzung. Du hast dir offensichtlich auch schon über Lösungen für dieses Szenario Gedanken gemacht. Hier müssen dann aber auch entsprechende Stellen rechtzeitig agieren. Unkonventionelle Wege werden oft zuletzt oder unter Zwang gegangen ( wenn überhaupt).

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  3. In Anbetracht dessen,
    dass einige Superreiche überdurchschnittliche und derzeit auf nationaler Ebene unkontrollierbare Vermögenszuwächse aufweisen und andererseits das weltweite Finanzsystem auszutrocken scheint und
    dass erhebliche Geldströme krimineller Herkunft im weltweiten Finanzsystem vagabundieren,
    halte ich die Vorschläge für sehr behutsam.
    Solange einige wenige Privilegierte mit Computerhandel, anderen Tricks, Betrug, Diebstahl und Umweltschädigung für eine Umverteilung des Vermögens nach Oben sorgen (können), werden solche Vorschläge womöglich auf Dauer nicht ausreichen.

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