Dax Sightseeing

Dieser Ausblick wird etwas umfangreicher, damit wir nach der 536 Punkte Rally der vergangenen Woche etwas Orientierung haben.

Ich habe kurz überlegt, ob ich im kleinen Zeitrahmen beginne oder im großen. Die Entscheidung fiel dann auf den großen Zeitrahmen, also den Monatchart.

Ich nehme eines vorweg: Ich rate auch in Zukunft dazu, mehr Augenmerk auf die Fibo Doppelzonen zu richten. Warum, wird sich im Laufe der Charts zeigen. Außerdem haben wir seit gestern offiziell eine Wochen PopGun in den Charts. Wenngleich diese bis zu einem Monat benötigen, um zu zünden, machen sie in der Regel mehrere hundert Punkte Strecke, wobei die Ausbruchsrichtung offen ist. Aus Analysen im p30 Blog wissen wir aber, dass oft die erste Ausbruchsrichtung ein Fehlausbruch wird.

Zudem haben wir im Monat Juni einige Events vor uns, die den Markt gehörig bewegen könnten. Ob es eine drohende Zinsentscheidung in USA ist oder die anstehende Abstimmung über einen Brexit: Für bewegende „Momente“ ist gesorgt.

Nun aber zum Ausblick, der zunächst in die Vergangenheit führt.

Monatschart

Im März 2000 und von Juni bis zum Dezember 2007 scheiterte Dax an der 8.150 mehrfach und korrigierte jeweils viele tausend Punkte nach unten. Ein endgültiger Durchbruch gelang erst im September 2013, also nach mehr als 13 Jahren.

Die 8.150 hat also enorme Bedeutung und wurde seit 2013 nicht -wie sonst bei allen bedeutenden Marken üblich- „verabschiedet“, also auf ihre Tragfähigkeit getestet. Im Oktober 2014 und Februar 2016 kamen Dax mit 8.350 und 8.699 diesem Abschied zwar recht nahe, getestet wurde die Dekadenlinie 8.150 aber nicht.

Im April 2015 markierte Dax sein Allzeithoch bei 12.391 (Xetra). Kurz oberhalb, jedenfalls „kurz“ aus Wochensicht, verläuft die 200% Marke der Bewegung 3.589 nach 8.150. Dort, bei 12.711, hätte sich der Kurs seit Bruch der Dekadenlinie verdoppelt.

12.391 – 12.711 ist also eine sehr bedeutende Topping Zone, ähnlich signifikant wie 8.150.

m11

Chart vergrößert: Monatschart

Wochenchart

Hier hat sich der Dax bei 10.109 wieder in die Fibo Retracement Farbzone bewegt. Ermutigend ist, dass die steigende Trendlinie seit September 2011 ebenfalls wieder nach oben genommen wurde. Das ist dem Kraftakt der vergangenen Woche zu verdanken und dem sich nach oben aufgelösten Dreieck im Stundenchart, auf das wir später noch zu sprechen kommen.

Bedeutend zur Oberseite im Wochenchart ist nun das 50% RT bei 10.545 und das 61.8% RT bei 10.981, welches auf Wochenbasis die wichtigste Verteidigungslinie der Bären darstellt. Würde 10.981 auf Wochenbasis überschritten werden, stünde vor einem neuen AZH nur noch die 11.520 im Wege.

Nach unten ist aus Wochensicht die 10.109 MOB Marke, die in der vergangenen Woche einen Kreuzwiderstand mit der steigenden grünen Trendlinie bildete. Ein Unterschreiten der 10.109 auf Wochenschluss würde also nicht nur einen Abweiser an der Farbzone, sondern auch ein erneutes Unterschreiten der steigenden 2011er Trendlinie bedeuten.

w11

Chart vergrößert: Wochenchart

2-Tages-Chart

Der 2-Tages-Chart (der 1- Tages-Chart kommt danach) wurde angelegt, um die Bedeutung der Dekadenlinie 8.150 und der PopGun im Wochenchart zu verdeutlichen.

Wir wissen aus Beiträgen und Analysen im p30 Blog, dass gezündete PopGuns gerne das 2- bis 3-fache der Höhe ihrer Triggerkerzen an Wegstrecke machen. Das Interessante -und gleichzeitig für Unsicherheit sorgende- Moment ist nun einerseits die mögliche Range der PopGun und andererseits eine mögliche windschiefe iSKS.

Die Nackenlinie dieser denkbaren iSKS wird Anfang der kommenden Woche bei 10.415 verlaufen. Der kleine measured Move der iSKS (Schulter zu Schulter nach Nackenlinie) würde ein erstes Ziel bei 11.206 haben. Der große Move (Kopf zur Nackenlinie) wäre erst bei 12.470 abgeschlossen. Beide Ziele passen auch in eine nach oben zündende PopGun Formation und den 2- bis 3-fachen Move der Triggerkerzen Höhe.

Die Krux: Würde Dax an der Nackenlinie abgewiesen werden und -vielleicht erst nach einem PG Fehlausbruch- die PopGun nach unten zünden, so würde der 3-fache PG Move bis auf  30 Punkte an die Dekadenlinie 8.150 führen, deren Test und Verabschiedung nach wie vor offen ist.

So absurd es klingen mag, jetzt die 8.150 als mögliches Ziel zu nennen, so könnten unerwartete Ereignisse im Juni (Brexit) Erschütterungen auslösen, die so eine Bewegung rechtfertigen würden. Der Juni ist auf Bären- und Bullenseite geeignet, Depots implodieren zu lassen. Ich mahne deshalb ausdrücklich davor, sich an Positionen zu klammern, wenn kein sinnvoller Stop Loss oder Hedge platziert wurde, egal ob die Positionen Long oder Short angelegt sind!

 

Chart vergrößert: 2-Tages-Chart

Tageschart

Gerade haben wir im Stundenchart die Bildung eines symmetrischen Dreiecks und dessen fulminante Auflösung nach oben gesehen, schon wartet im Tageschart ein mögliches weiteres Dreieck!

Die oben begrenzende Linie kommt von 11.400, wurde am 21. Mai und am Freitag angelaufen, unten waren es das Tief am 7. April und 24. Mai. Wir können also dieses mögliche Dreieck von 1 bis 4 zählen. Wollte es ein „echtes“ Dreieck werden, so wäre ein erneutes Anlaufen der 5 regelkonform. Die 5 wartet aktuell im Bereich 9.812 (Montag), täglich steigend.

Sollte der Dax in der kommenden Woche allerdings die fallenden Linie von 11.400 überwinden und halten, so wäre die Idee eines Dreiecks obsolet, und somit auch der eingezeichnete measured Move. Sofern das passiert, sollte man sich an die mögliche iSKS und deren Ziele aus dem 2-Tages-Chart halten.

Ein Anlaufen der 5 (und somit die Dreiecks Idee bestätigend) wäre erst dann wahrscheinlich, wenn die bedeutende Zone 10.114 (MOB) zu 10.065 nach unten durchbrochen würde.

In diesem Zusammenhang ist der Montag, ohne die USA, die ihren Memorial Day feiern, von Bedeutung. Der Montag lässt den Dax Akteuren freie Bahn. Von stinklangweilig und ohne Bewegung, über Ausbruch von weiteren 100 oder 200 Punkten up, oder aber auch ein Backtest der 10.114 bis hin zur 9.812, um dann zum Schlusskurs wieder dort zu stehen, wo der Freitag endete, ist alles möglich.

 

Chart vergrößert: Tageschart

Stundenchart H4

Ich schrieb zu Beginn, dass man gut beraten ist, auf die Fibo Doppelzonen mehr zu achten. Im Chart sind die beiden dominanten Fibo Strecken seit Hoch 11.430 und Tief 8.699 zu sehen.

Drei sich daraus bildende Fibo Doppelzonen spiel(t)en dabei ab Mitte April eine wichtige Rolle:

Das 38.2% RT der linken Fibo und das 38.2%RT der rechten Fibo, also 9.742 – 9.796 als Unterstützung, die auch während der Bildung des blauen Dreiecks gehalten hat.

Das 50% RT der linken Fibo und das 23.6%RT der rechten Fibo, also 10.064 – 10.055 als Ausbruchszone des blauen Dreiecks.

Das 61.8% RT der linken Fibo und das Hoch der rechten Fibo, also 10.387 – 10.474 als kommendes Bulle / Bär Schlachtfeld, wenn es um einen weiteren Marsch nach oben geht.

10.387 – 10.474 wird also, sofern es weiter nach oben läuft, der nächste Prüfstein für die Dax Bullen werden!

 

Chart vergrößert: Stundenchart H4

Stundenchart H1

Im Stundenchart wird es naturgemäß etwas wuseliger. Ich bemühe mich, Ordnung in das Chaos zu bringen 🙂 Es würde helfen, den Stundenchart in einem separaten Fenster zu öffnen, damit man lesen und schauen kann.

Wir sehen das blaue symmetrische Dreieck, von 1 bis 5 gezählt. Und das typische „Herauskegeln“, wenn es um Ausbrüche geht. Die großen Akteure sind stets bemüht, vor signifikanten Ausbrüchen die Long Positionen der Anleger in den Stop laufen zu lassen. Das Dreieck machte keine Ausnahme: Nachdem die 5 angelaufen wurde, marschierte Dax brav nach oben und die Dreiecks OK war das logische Ziel.

Wie im Chart zu erkennen, würde dann aber ab 11.00 Uhr am 23. Mai der Rückwärtsgang eingelegt, um am darauf folgenden Tag, pünktlich mit der 9:00 Uhr Kerze und einem Gap down, den Boden wegzuziehen und alle Stops zu kassieren, die an oder in der Nähe der Dreiecks UK lagen. Nach dem „Abschüttler“ Tief 9.771 ging es dann, wie von der Tarantel gestochen, ohne Pause nach oben und die Short Positionen wurden nunmehr einkassiert.

Durch Short Covering und Longs, die wieder einstiegen, ging es dann am kommenden Tag per 70 Punkte Gap up oben aus dem Dreieck heraus und in dem Zuge auch gleich über die erste Bärenverteidigungslinie, die vielfach im p30 Tagesausblick genannte 10.114. Wer seine Long Positionen erst unterhalb der Fibo Doppelzone 9.796 – 9.742 aus dem H4 ausgestoppt hätte, wäre also, selbst nach dem  Tief 9.771, bei der Rally dabei gewesen.

Am Freitag markierte Dax sein Hoch bei 10.307. Ein vernünftiges Retracement sollte nun zum 23.6% bei 10.181 oder zum 38.2% bei 10.102 führen. Letztgenanntes Fibo hätte zudem den Vorteil, dass damit auch ein Backtest der Ausbruchsmarke 10.114 verbunden wäre.
Ein Rücklauf an die 23.6% der rechten großen Fibo bei 10.055 würde sogar das offene Gap bei 10.057 schließen.

Das wäre ein Szenario für einen „wilden“ Montag, der in Abwesenheit der USA diverse Leichen im Keller beseitigt, um sodann zum Handelsende wieder nach oben zu stürmen. Es scheint aktuell nicht sehr wahrscheinlich, ausklammern sollte man es jedoch nicht.

Die zweite Möglichkeit wäre ein direktes Hochlaufen, um zunächst das offene Gap 10.321 zu schließen, ggfs sogar die zweite Bärenverteidigungslinie (siehe auch H4) 10.387 anzulaufen und auch den measured Move des Dreiecks bei 10.401 zu komplettieren.

Sollte es wirklich wild zugehen, könnten die Bullen versuchen, die MOB Marke 10.474 anzulaufen, wobei oberhalb 10.300 auch noch die PopGun aus dem Wochenchart beginnen würde zu zünden.

Die dritte Möglichkeit: Montag wird, wie bereits geschrieben, stinklangweilig.

Gesund wäre jedenfalls am Montag ein Retracement nach 10.181, 10.114 oder gar 10.057.

 

Chart vergrößert: Stundenchart H1

Was auch immer am Montag und in der kommenden Woche passiert: Im Juni sind Stops oder Hedges Pflicht! Wenn aktuell schon „zu viele“ Marktteilnehmer Long sind, könnte unerwartet ein weiterer Shake out starten. Wenn das nicht so ist, und eine Mehrheit weiter gegen den aktuellen Trend shortet, wird es mit Sicherheit weiter nach oben an die Schmerzgrenzen laufen. Wir werden es sehen.

Allen ein schönes und sonniges Wochenende.

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