Negativzins – Die Realität holt uns ein!

Da die nächste Notenbanksitzung der EZB ansteht, wird es Zeit über die Dinge zu reden, die als direkte Auswirkung folgen könnten. Dass die ersten Großbanken in einigen Bereichen bereits Negativzinsen weiterreichen, liegt bei einem 3 Monats Euribor (Euro InterBank Offered Rate, also der Termingeldzins, zu dem sich Banken Geld leihen und verleihen) von unter -0,2 % in der Natur der Sache. Bisher spürten Privatkunden davon allerdings noch nichts. Das könnte sich nun ändern.

Der Druck der EZB auf die Banken wird durch einen eventuellen nächsten Zinsschritt nochmals deutlich erhöht, denn sollte der Einlagensatz bei der EZB nochmals sinken, dürfte der Euribor sich bald unter -0,3% befinden und so auch die letzten Institute „wachrütteln“.
Die erste Variante einer angemessenen Reaktion, wäre die Erhöhung der Raten für Darlehen, denn am Ende ist es egal wo die Marge her kommt, Hauptsache es gibt noch eine. Diese Beobachtung konnte man damals auch in Dänemark machen. Dort wurde das Absinken der Kurzfristzinsen unter Null nicht an die Sparer weiter gegeben, sondern führte zu einer Erhöhung am langen Ende und bewirkte somit eine Verteuerung für Schuldner.
Doch dieser Schritt dürfte in der Eurozone und ganz speziell in Deutschland sehr unwahrscheinlich sein, denn wir ertrinken im Notenbankgeld. In einer solchen Situation lastet das Notenbankgeld auf der Kondition für Schuldner und eine Weitergabe an diese Stelle ist damit sehr unwahrscheinlich.
Die zweite Variante ist die breite Weitergabe des Negativzinses an die Sparer. Dies könnte auch in Form einer Spargebühr (oder wie auch immer wir es nennen wollen) erfolgen. Je mehr Geld vorgehalten wird, desto höher könnte die Strafe sein. Es wird sehr wahrscheinlich Staffeln geben. So könnten Firmengelder stärker bestraft werden, als private Gelder, und private Gelder unter 100.000 Euro weniger als Guthaben über 100.000 Euro.
Die letzte Hürde im privaten Bereich, die nur noch fallen muss, ist die erste Bank, die Negativzinsen weiterreicht. Bisher möchte kein Institut das erste sein.
Doch wie kann man sich an der Stelle schützen?

Eine der wenigen verbliebenen Chancen sind die Floater von extrem guter Bonität. Diese variabel verzinsten Anleihen haben einen eingebauten Floor (eine eingebaute Zinsuntergrenze) in ihrer Bedingungen definiert. Die Zinszahlung des Floater kann also bis auf Null fallen, aber eben nicht tiefer. An dieser Stelle bieten variabel verzinste Wertpapiere höchster Bonität eine der letzten Zufluchtsorte in einer unsicheren Welt, in der der Negativzins zur täglichen Realität werden kann.

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