5. Juni: Ein Tag der die Welt ändern kann

Am 5 Juni ist es nun soweit, die Schweiz wird über ein bedingungsloses Grundeinkommen abstimmen. Ein Einkommen, welches einfach jedem Schweizer gezahlt wird, ganz unabhängig davon, ob es sich um den einzelnen Milliardär oder um die ärmste Schicht der Bevölkerung handelt. Doch was genau bedeutet ein mögliches “Ja” für die Schweiz? Hier meine Grundthesen:

1. Die Wirtschaft  wird ordentlich in Schwung kommen und diesen Schwung auch mittelfristig halten. Zu den Gewinnerbranchen dürfte die Gastronomie und die Kleindienstleistung zählen.

2. Es wird einen Preisschub gerade bei Kleindienstleistungen geben.

3. Die Steuereinnahmen der Schweiz werden deutlich zulegen.

4. Der Negativzins dürfte sich recht schnell wieder verabschieden und erst mittelfristig zurückkehren.

5. Die Verschuldungsquote der Schweiz gemessen am BIP wird kurzfristig zurückgehen.

6. Die nominelle Verschuldung der Schweiz wird dauerhaft steigen.

7. Die Refinanzierbarkeit wird dauerhaft nicht über Steuern möglich sein, da die Schweiz sonst ihren Charakter und damit ihre Grundlage verliert.

8. Der Negativzins wird dauerhaft die einzige Refinanzierungsquelle sein, die diesen neuen Weg ermöglicht und daher nach einigen Jahren dauerhaft zurückkehren.

9. Die Schweiz wird somit sehr wahrscheinlich mittelfristig gezwungen werden, Bargeld abzuschaffen um die Refinanzierung zu ermöglichen.

10. Der Schweizer Franken verliert durch den dann dauerhaften Negativzins sein Wertaufbewahrungscharakter.

 

Über Kommentare mit neuen Gedankengängen und Ideen zu diesem Thema würde ich mich freuen!

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4 Gedanken zu “5. Juni: Ein Tag der die Welt ändern kann

  1. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird es nicht zusätzlich zu allen bisherigen staatlichen Leistungen geben. Ich vermute, dass bei einem bedingungslosen Grundeinkommen eine staatliche Rentenversicherung und auch eine staatliche Arbeitslosenversicherung abgeschafft würde. Dies könnte auch zu Einsparungen auf staatlicher Seite führen. Ein weiterer Effekt ist, dass der Faktor Arbeit dann auch preiswerter wird, weil Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile wegfallen.

    Dass das bedingungslose Grundeinkommen nicht über Steuern finanziert werden kann, ist eine These. Ich hätte die andere These, dass das bedingungslose Grundeinkommen über indirekte Steuern finanziert wird. D.h. alles wird in der Schweiz noch teurer. Man müsste mal eine Bierdeckelrechnung dazu machen.

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    • Die Abschmelzung andere Leistungen dürfte tatsächlich zutreffen. Wären ja dann auch (bis auf Ausnahmen) überflüssig.

      Zu den Steuern: Ich denke es müssten dann Steuern sein, die gerade das obere zehntel angeht. Dieses ist aber oftmals sehr „flüchtig“ und daher bisher schwer zu greifen. Daher denke ich, dass nach ein paar Jahren Probleme auftreten würden. Aber klar ist das alles nicht, an der Stelle ist wirklich viel denkbar.

      Vielen Dank für deine Gedanken!

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  2. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/grundeinkommen-was-sich-2016-in-der-schweiz-und-finnland-entscheiden-wird-a-1069076.html

    Wie dieses bedingungslose Grundeinkommen letztendlich installiert wird, ist ja dann
    noch offen.
    Die Gesellschaft wird sich aus meiner Sicht, langfristig massiv verändern. Die Art und
    Weise wie das geschieht ist ‚graue Theorie‘. Wenn ich nur an einige Kollegen denke, die sofort ‚aussteigen‘ würden. Das Renteneintrittsalter würde sofort sinken als Beispiel.
    Für bestimmte Jobs würde man definitiv keine Leute mit bedingungslosen Grundeinkommen motivieren können. Evtl. würden Burnouts der Vergangenheit angehören als positiver Effekt.
    Letztendlich muss trotzdem auch langfristig sichergestellt sein, dass die Gesellschaft nicht vor die Wand fährt. Was passiert mit der Währung usw. usw.

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    • Ja, viele Fragen offen. Wobei ich denke, dass selbst der Berufe mit aktuell recht geringem Einkommen sogar profitieren würden. Ein paar steigen aus und dafür bekommen die anderen mehr Gehalt und unterscheiden sich so von den „nur Beziehern“.

      Trotzdem, es ist ein Experiment, welches schon viele Ökonomen im Geiste spielten, aber real im großen Stil ist was anderes als ein Modell, ja.

      Danke auch dir!

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