Gold 5000 USD?

Quelle

Zugegeben, diese Überschrift klingt reißerisch und in die Zukunft blicken kann bekanntlich niemand. Dennoch ist sie nicht als Scherz gemeint.

Grundsätzlich gelten weiterhin die Bedingungen aus dem Artikel „Gold – Erwacht ein Megatrend zu neuem Leben?“. Kurz nach dem Artikel wurde das Low gebildet und seit dem kennt Gold nur noch eine Richtung. Doch was wissen wir heute, was wir damals noch nicht wussten?

Wo wir stehen:


Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte, dass JPM auf einem riesigen Schatz an physischem Silber sitzt. Nebenbei wurde Gestern vermeldet, dass die großen Londoner Banken „ungewöhnlich große Gold Orders“ im physischen Markt platzieren würden. Nebenbei hat die Deutsche Bank mit Venezuela ein Swap mit deren Goldbeständen abgeschlossen. Worauf deutet das alles hin? Es deutet alles auf Stress.

Stress im System hat verschiedene Auswirkungen, zwei davon sind Volatilität und Vertrauensverlust, genau diesen muss aktuell die Deutsche Bank erleben. In diesem stressigen Umfeld kommt es oft zur Suche nach der Währung der letzten Instanz. Es ist also im Zuge dieser aktuellen Lage denkbar, dass der Goldpreis tatsächlich nochmals exorbitant steigt. Nichtsdestotrotz sollte man immer mit allem rechnen, also auch mit etwaigen Eingriffen, die den Gold- und Silbermarkt auch wieder schwächen können. Nachrichten können auch gestreut werden, um als Waffe zu dienen. Daher sollte man nicht in grenzenlosen Optimismus verfallen. Dennoch könnte das aktuelle Umfeld einen Schub auslösen, der die alten Hochs in Angriff nimmt und sogar erledigt. Ein möglicher Auslöser wäre z.B. das Edelmetall QE, welches der Kollege ORBP bereits im Artikel „Bankenkrise 2.0“ beschrieb.

Doch was kommt danach? Sollten wir mit dem Schlimmsten rechnen? Zerbricht unser System nun genau so, wie viele Propheten es schon seit Jahrzehnten vorher sehen?

NEIN!

Jedes System, welches eine stressige Phase hinter sich lässt, wird daran wachsen und stärker. Wer glaubt, dass die Aktienmärkte ihre All Time Highs hinter sich haben, der deutet die Zeichen der Zeit falsch. Wenn ich hier von Gold 5000 schreibe und schon das reißerisch nenne, dann darf ich meine Kursziele im Aktienmarkt, die dieser „Krise“ folgen werden, gar nicht erst nennen, aber das ist eine andere Geschichte…

Advertisements

8 Gedanken zu “Gold 5000 USD?

  1. Oft habe ich über die die Ursachen des Glücks und Unglücks der Menschen nachgedacht und glaube sie darin gefunden zu haben, daß ihre Handlungsweise in ihre Zeit paßt oder nicht paßt. Die Menschen gehen bei ihren Handlungen, die einen mit Ungestüm, die anderen mit Zögern und Vorsicht zu Werke. Nun wird zwar in beiden Fällen die gehörige Grenze überschritten, da man nicht auf dem rechten Wege bleiben kann, und so in beidem gefehlt. Allein der fehlt weniger und hat günstige Erfolge, dessen Art zu handeln in seine Zeit paßt. Immer und immer jedoch tut der Mensch nur das, wozu ihn seine Natur zwingt.

    Niccoló Machiavelli

    Gefällt 1 Person

    • Der Knoten

      Als ich in den Jugendtagen
      Noch ohne Grübelei,
      Da meint‘ ich mit Behagen,
      Mein Denken wäre frei.

      Seitdem hab‘ ich die Stirne
      Oft auf die Hand gestützt
      Und fand, daß im Gehirne
      Ein harter Knoten sitzt.

      Mein Stolz, der wurde kleiner.
      Ich merkte mit Verdruß:
      Es kann doch unsereiner
      Nur denken, wie er muß.

      Wilhelm Busch

      Gefällt mir

  2. Hallo, lese euren Blog gerne, und wollte hiermit mal nachfragen, aufgrund welcher Ansätze (Charttechnik, Fundamentaldaten) oder Meinungen (z.B. evtl. Aktien-ETF-Ankäufe durch EZB) die Aussage, dass wir bei den Aktienmärkten noch neue ATHs sehen werden zustandekommt?

    Zudem wollte ich noch fragen, in welchem zeitlichen Rahmen Sie Ihre Aussage erfüllt sehen könnten, und ob es eventuell Verläufe (z.B. Unterschreiten von bestimmten Kurslevels, oder Notenbank-Entscheidungen) gibt, die Sie von Ihrer Aussage abrücken ließen.

    Ich möchte mich schon mal vorab für Ihre Antwort bedanken, und wünsche noch ein schönes Restwochenende.

    Viele Grüße,

    Jan

    Gefällt mir

    • Hallo Jan,

      es bezieht sich tatsächlich nicht auf die Charttechnik, sondern einzig auf die Annahme, dass man sich nicht mehr eingestehen wird, dass die Druckerpresse auch Probleme mit sich bringt. Eher wird im Zuge einer evtl. „Krise“ in der Bankenlandschaft erneut Gas gegeben. Im Zuge dessen, sollten die ATHs tatsächlich maximal mittelfristiger Natur sein. Sollte JPM mit der Annahme, dass die EZB den Zins bis auf -4,5% senken könnte richtig liegen, wäre ein Dax unter 10.000 Punkten nur sehr schwer vorstellbar.

      Grüße

      DIH

      Gefällt mir

      • Für einen Dax über 10.000 ist aber auch zwingend notwendig, dass keine der geopolitschen Risiken eskaliert. Wird ja offensichtlich als ‚Naturgesetz‘ vorausgesetzt. Wenn man aber wirklich die Leute mit derartigen Negativzinsen zum Konsum zwingt. Man kann aber sein erspartes nur einmal ausgeben.

        Was mich aber angesichts der jüngsten Turbulenzen z.B. bei der Deutschen Bank mal interessieren würde.
        Wie ist Ihre Meinung zu dieser Derivategeschichte ( die sollen ja alleine schon so 52 Billionen in den Büchern haben ). Wenn ich mir jetzt nur mal vorstelle nur ca. 2% davon gerieten in ‚Schieflage‘. Sehen Sie hier evtl. Risiken ? Also nur die ganzen Prozesse implizieren mir, da läuft einiges schief, warum nicht auch bei den
        Derivaten.

        Ansonsten sehr interessanter Blog.

        Grüße

        Gefällt mir

  3. Ja, geopolitische Risiken sind immer ein Thema, allerdings eben wirklich immer. Normal (reine Erfahrung) sind die die man nicht so offensichtlich sieht die gefährlichen, denn den Rest kennen wir schon, so schlimm es manchmal dann werden kann.

    Zum Konsum unter Negativzins: Sollte sich die Geldumlaufgeschwindigkeit wirklich erhöhen, würde die aktuell gewünschte Lohn-Preis-Spirale in gang kommen. Das Geld welches „ausgeben“ wird, ist niemals weg, es ist nur wo anders. Es wird also „Erspartes“ von anderen Subjekten (Siehe zum Verständnis „sektorale Salden“). Normal würden vor allem größere Vermögen versuchen durch „Ausgaben“ dem Zins zu entgehen. Diese können aber nicht in der Höhe in klassischen Konsum umgesetzt werden, es wären eher Investitionen und diese würden eben auch wieder Gehälter schaffen usw.

    Thema DB: Derivate können ganz unterschiedlicher Natur sein. Die „Schieflage“ ist eher eine Sache, die durch Ausfall eines Partners entsteht, eher weniger durch die Derivate selbst. Mit anderen Worten, wenn du dir Sorgen um die DB machst, dann mach dir eher Sorgen um deren „Partner“. 😉

    Trotzdem die Zeiten sind nicht rosig, ich weiß genau was du meinst, nur man sollte nicht vergessen, wie sogar katastrophale Situationen gelöst werden aktuell. Dazu empfehle ich einen Blick auf den Aktienindex von Venezuela…In einem Papiergeldsystem bedeutet Katastrophe oftmals eher eine Ver100fachung, denn einen Einsturz Richtung 0.

    Grüße

    DIH

    Gefällt mir

    • Danke für deine Meinung.
      Ob es zu einem dauerhaften Aufschwung bei Negativzinsen kommt muss sich dann
      erst noch zeigen. Ist ja alles ein Experiment der Notenbanken, dass wir so noch
      nicht hatten. Mir ist jedenfalls nichts vergleichbares in dieser Dimension bekannt.

      Von einem Warren Buffet soll ja das Zitat ‚Derivate sind finanzielle Massenvernichtungswaffen‘ stammen. Ich finde auch keine näheren Infos,
      wie die betr. Banken ihre Risiken managen. Keine Ahnung, ob man das überhaupt
      managen kann.
      Nun man hat ja bei Lehman gesehen, was passiert, wenn nur eine Bank umfällt muss jetzt nicht unbedingt die Deutsche sein.
      Stichwort Venezuela, in der Capital glaube ich, hat ein Fondmanager noch im Dezember Anleihen von diesem Land empfohlen.
      Ich hoffe mal Gold steigt nicht auf 5000 und der Dax nicht auf 24000 🙂 Inflation in dieser Größenordnung war noch nie gut für eine Gesellschaft. Kann man übrigens in Venezuela gerade gut sehen. Man sollte dann aber wohl beides haben Aktien und EM.

      Grüße

      Gefällt mir

      • Nein, Inflation ist niemals gut. Dieser Umstand steht außer Frage. Für den der nicht vorbereitet ist, ist sie allerdings nicht nur nicht gut, sie wäre fatal.

        Zum Thema Negativzins in großer Dimension: Neben dem kleinen Experiment in Wörgl gab es vor ein paar 100 Jahren diese Ideen schon öfter.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s