Neue Wege der Notenbanken?

Nach den Meldungen von gestern Abend wird es nun für die Bank of Japan noch schwieriger an geeignetes Material für ihr Aufkaufprogramm zu kommen. Da stellt sich mir doch eine Frage. Was kann eine Notenbank kaufen, wenn die Anleihen knapp werden?


Im Prinzip alles. Aber es gibt Grenzen, die die Menschen nicht überschritten sehen wollen. Ein direkter Aufkauf von Immobilien zum Beispiel, dürfte eher noch in weiter Ferne liegen, wenn gleich dieser Aufkauf ebenfalls denkbar wäre. Denkbar da eben alles möglich ist, um ein System vom Sterbebett zu bekommen.
Doch gehen wir zunächst einen Schritt zurück. Grundsätzlich sind Anleihen das „sinnvollste“ Asset für die aktuellen Kaufprogramme. Die Gründe dafür liegen vor allen in den Bedingungen des Anleihenmarktes. Immerhin stellen die Anleihenmärkte den größten flexiblen und gut handelbaren Markt überhaupt dar. Gleichzeitig lässt sich durch diese „synthetische Nachfrage“ der Notenbank der langfristige Zins manipulieren. Allerdings nehmen die Probleme auch in dem vermeintlich größten Markt irgendwann zu. So berichtete ORBP nun schon einige Male über die immer enger werdende Liquidität in den Zinsmärkten. Dieser Umstand ist eine ernstzunehmende Begleiterscheinung, die keinesfalls gewünscht ist. Außerdem fehlt mittlerweile schlicht das Material. Auch die EZB wird irgendwann an diese natürliche Grenze stoßen und das FED ebenfalls, sollte nochmals ein QE Programm auferlegt werden.

Bleibt die Frage nach der Sinnhaftigkeit.

Viele Marktteilnehmer glauben weiterhin, dass das QE Programm kein Erfolg ist. Allerdings vergessen die Marktteilnehmer oftmals, dass die Auswirkungen erst jetzt durchschlagen werden. Die Staatshaushalte werden immer weiter entlastet. Alleine Italien und Spanien haben in den nächsten 48 Monaten riesige Berge an Schulden, die prolongiert werden wollen. Diese Prolongationen und auch die zuletzt bereits durchgeführten Abschlüsse, werden zu völlig unrealistischen Renditen prolongiert. Die Luft zum atmen wird den Ländern daher zurückgegeben.

Mit anderen Worten: Das QE Programm ist und bleibt ein Erfolg, aber eben indirekt und damit erst auf den zweiten Blick.

Der erste Blick richtet sich immer auf die Wirtschaft. Diese kann weiterhin nicht mal im Ansatz an ihr Wachstumspotenzial heranreichen. Hier werden sogar an der einen oder anderen Stelle zusätzliche Probleme geschaffen. Das aktuelle Nullzinsnivaeu setzt jetzt schon der deutschen Versicherungsbranche zu. Ein zu langes Andauern wird hier noch größere Verwerfungen mit sich bringen. Der Aufkauf von Papieren hat eben keinen direkten Einfluss auf die Wirtschaft. Die Investitionsbereitschaft der Firmen ist weiterhin schwach.

Stellt sich also die Frage, ob den Notenbanken Mittel zur Verfügung stehen, um der Wirtschaft aktuell direkt unter die Arme zu greifen und damit sind wir ebenfalls wieder bei der Eingangsfrage was eine Notenbank kaufen kann, wenn die Anleihen knapp werden.
Es müsste ein Gut sein, welches durch Ankauf und dem damit verbundenen Preisanstieg einen direkten Einfluss auf die Wirtschaft hat. Gleichzeitig muss es frei handelbar sein und sollte nicht verderben oder rosten. Da bleibt die Frage, ob es nicht schon von je her einen Grund gab und gibt, warum Notenbanken einen Gold- und Silberschatz besessen haben und noch heute besitzen.

Das JPM als langer Arm der Fed einigen Quellen im Netz nach aktuell riesige Bestände an physischem Silber aufgekauft hat, dürfte diese Möglichkeit zumindest mittelfristig nicht unwahrscheinlicher machen…

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