Jahresrückblick 2015

Wir blicken zurück auf ein Jahr voller bedeutender Ereignisse. Schon der Anfang des Jahres stand für große Überraschungen. Im Januar musste die Schweizer National Bank ihre bisherige Politik aufgeben und die Preisgrenze im Schweizer Franken gegenüber dem Euro fiel. Für viele Marktteilnehmer war es außerordentlich schmerzhaft, für wenige sehr erfolgreich. Dieses Ereignis war dann auch schon ein würdiger Einstieg in das Jahr 2015.

Im Währungsbereich war weiterhin die Dollar Stärke dominierend, wobei diese im weiteren Verlauf des Jahres an stärke verlor. Der USD Index erklomm im März sein Hoch und anschließend ging der Index in eine volatile Seitwärts-Phase über. Der Euro bot ein ähnliches Bild und die März Tiefs hier konnten bisher verteidigt werden. Diese Dollar Korrektur wird sich noch weiter fortsetzen und im USD Index und auch im Währungspaar EUR/USD kann man eine Flaggen-Bildung im Monats Chart antizipieren.

Der Abwärtstrend in den Rohstoffen setzte sich das ganze Jahr über fort und die Notierungen erreichten immer neue Tiefststände. Nicht nur im Energiesektor sanken die Preise, sondern auch die Agrarrohstoffe haben sehr gelitten.

Die Aktienmärkte boten ein durchmischtes Bild, manche Aktien wie Netflix, Sartorius oder auch Amazon konnten stark zulegen, andere wie Apple verloren auf Jahressicht sogar leicht und wieder andere wie VW halbierten sich in ihrem Wert. Der Energiesektor, insbesondere in den USA musste sehr stark leiden und es kam zu einigen Insolvenzen in diesem Bereich. Diese Geschehnisse plus die Konjunktur Sorgen um China, zwangen die wichtigsten Aktienindizes zu einer sehr volatilen Range. Die europäischen Indizes erklommen zunächst noch neue Höhen, doch anschließend konnte das Niveau nicht mehr gehalten werden. In den amerikanischen Indizes sah es größtenteils nicht besser aus und auch diese formten eine sehr volatile Range. In den Indizes steht nun, am Ende des Jahres, nur ein leichtes Plus, sollte jedenfalls das jetzige Niveau über den Jahreswechsel gerettet werden. Volatile Seitwärtsbewegungen deuten auf eine Unsicherheit der Marktteilnehmer hin, die sich im kommenden Jahr in die eine oder andere Richtung auflösen wird.

Besonders hervorzuheben ist, dass in diesem Jahr endlich die Zinswende eingeläutet worden ist. Die schweren Schatten der Zinswende hingen schon seit Januar über den Anleihe Märkten und vermiesten hier vielen Anlegern die gute Laune und besonders die Rendite. Die Unternehmensanleihen kamen besonders stark unter Druck und der Aufwärtstrend wurde gebrochen. Viele Anleger haben dieses Jahr eine negative Performance in ihren Anleihe Portfolios. Weitere Begebenheiten in dem Anleihen Bereich findet man hier im Blog, da das Thema das ganze Jahr über immer wieder von mir aufgegriffen wurde.

In Puncto Risiko waren die Highlights des Jahres im August zu beobachten. Hier ein kleiner Ausschnitt aus den Artikeln Fragilität II. , Black Swan Meets ETFs und Black Monday? Nein, Sick Monday! :

Eine weitere Beobachtung konnten wir in diesem Jahr machen. Wir erlebten innerhalb diesen Jahres einige Sigma Ereignisse in den Anleihe Märkten, auch der Franken Schock am Anfang des Jahres war so ein extremes Sigma Ereignis. Im VIX z.B. kam es im Juli zu einem 6,1 Sigma Ereignis, im August zu einem wahnsinnigen 18,52 Sigma, hierbei stieg der VIX explosiv um über 218% an, wobei der Tagesverlust des SP500 recht mild war mit um die 3% Minus. Direkt im Anschluss fiel der VIX auch wieder an einem Tag um 36% was nochmals ein 5,5 Sigma Ereignis darstellte. Ein solches Verhalten und die Häufung von unwahrscheinlichen Ereignissen deutet darauf hin, dass die Märkte insgesamt wesentlich fragiler sind als jemals zuvor.

ETF´s werden zu ihrem NAV immer mit einer Prämie oder Discount an der Börse gehandelt. Der Discount lag beim Open am Montag Stellenweise bei -50%.

Diese extremen Abweichungen vom NAV waren nicht beschränkt auf kleine illiquide ETF´s, nein es betraf die Großen der Branche. iShares Select Dividend (Ticker Symbol: DVY) verlor zum Open hin 36%, obwohl die enthaltenen Aktien nur bis zu 11% verloren haben, der Guggenheim S&P500 Equal Weight (Ticker Symbol: RSP) wurde mit einem Abschlag von mehr als 40% gehandelt. Das verdeutlicht, dass in der Branche mehr Risiken schlummern, als bisher vermutet.

Beim Open kam es zu einigen Extremen, hier seien nur drei angemerkt:

KKR -39% zur Eröffnung

JPM -20%

CELG -21%

Das war und ist Wahnsinn. Ein Markt, sollte man auf der falschen Seite unterwegs sein, bei dem man sehr schnell alles verliert, doch wer dachte, dass der Markt schwach schließen würde war auch auf dem falschen Dampfer. Die NASDAQ konnte zwischenzeitlich sogar wieder positives Terrain erreichen, doch der absolute Wahnsinn war dann doch der DJI mit einer Tagesschwankung von insgesamt 4500 Punkten.

Abschließend möchte ich mich bei euch im Namen aller Autoren für ein tolles Jahr 2015 bedanken und wir wünschen euch allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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4 Gedanken zu “Jahresrückblick 2015

  1. Super Blog, vor allem ist zu merken daß sich der Autor einige Gedanken macht und nicht nur das übliche Blabla von sich gibt. Weiter so!

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  2. Doch ein großes Danke ist definitiv angebracht. Ebenfalls frohe Weihnachten an alle!

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