Schöne neue Welt Teil 1- Finnland auf dem Weg zum Morgen

In einer Welt, in der die Automatisierung immer weiter voran schreitet, gibt er nur wenige Szenarien, in denen man sich mittelfristig noch eine Vollbeschäftigung in der Bevölkerung vorstellen kann. Es wird immer klarer, dass in der Zukunft vor allem kleine Länder mit sehr spezialisierten Fachkräften und einem guten Bildungsniveau volkswirtschaftlichen Wohlstand erreichen können. Immerhin hätten sie die Chance, auf neue Begebenheiten in der digitalisierten Welt schnell zu reagieren und so die Bevölkerung in Arbeit zu halten. Je mehr Anteile der Bevölkerung arbeiten, desto “reicher” wird der Staat sein.

Andere Länder dagegen werden durch die neuen Begebenheiten völlig überfahren werden. Gerade die Ausrichtung auf produzierendes Gewerbe mit möglichst billigen Arbeitskräften wird eine Richtung sein, die nur unter riesigen harten Einschnitten wieder korrigiert werden kann. Am schlimmsten wird es dabei die ineffizienten Bereiche treffen. Ganz oben auf dieser Liste, stehen die klassischen Automobilproduzenten. Zu diesem Thema gibt der Artikel “eine neue Mobilität” erste Einblicke.

 

Doch was genau passiert eigentlich mit der großen Bevölkerungsschicht, die zukünftig wegen mangelnder Qualifikation oder schlicht mangelnder Arbeit zur “Auszeit” gezwungen sein wird? Finnland gibt den ersten Fingerzeig.

In Finnland gibt es nun eine “einleitende” Studie, die das bedingungslose Grundeinkommen prüfen soll. Vordergründig geht es hier nur um eine Vereinfachung des sowieso existenten Sozialstaates. Durch eine Vereinfachung sollen so Kosten gespart werden. Dabei ist Kostensparen natürlich unweigerlich mit dem Abbau von öffentlichem Personal gleichzusetzen. Die so zur “Auszeit” gezwungenen Menschen werden tatsächlich auch sofort zu Empfängern dieser Leistung. Allerdings können sie sich dann dieser einen Leistung sicherer sein als vorher ihres Gehaltes. Doch was genau ist anders an diesem Grundeinkommen und was kann es verändern?

Da dieses Grundeinkommen (wie der Name schon sagt) bedingungslos ist, ist es planbar und sicher. Für die einen wird es das sichere Einkommen des Monats sein, für die arbeitende Bevölkerung wird es das planbare Zusatzeinkommen sein. Die Betonung liegt aber auf planbar. Dass in der aktuellen fiskalischen Welt die alten Lehrbucheinträge zur Geldtheorie nicht mehr funktionieren, liegt in der immer weiter fallenden Geschwindigkeit des Geldumlaufs. Dieses Problem entsteht vor allem durch die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich und durch die dramatische Ausweitung der Geldmenge. Nur wenn Vermögen breit verteilt ist, kann es “relativ schnell zirkulieren” (Für einen Milliardär ist es tausendmal „schwerer“ seine Geldmittel zirkulieren zu lassen, als für einen Millionär). Dabei liegt die Betonung aber auf kann. Zusätzlich zu dem Problem der Verteilung gibt es auch den Faktor Mensch allgemein. Je mehr die Menschen sich Sorgen um die Zukunft machen, desto höher wird die Sparquote in der Volkswirtschaft sein, auch wenn (oder gerade weil?) die Zinsen bei Null sind. Dieses Problem würde also ein planbares sicheres (Zusatz)Einkommen schon mal deutlich entschärfen. Klingt also sehr gut und vernünftig für eine Welt von Morgen. Bleibt die Frage, ob dieses Modell einen Haken hat…

Das Problem bei jeder Art von neuer Leistung des Staates liegt in der Finanzierbarkeit und in der Auswirkung auf die Volkswirtschaft. Sollte ein Staat wie Finnland diesen Schritt tatsächlich wagen, dürfte sich aufgrund der globalisierten Welt nur wenig Druck im Konsumentenpreissegment zeigen, da die Produktpreise in den angrenzenden Ländern weiterhin recht stabil bleiben würden. Allerdings würde die finanzielle Stärkung (die zusätzliche Vermittlung von Sicherheit) der arbeitenden Bevölkerung wohl sehr schnell zu einer Immobilienblase führen, die seines gleichen sucht. Immerhin wäre die Annahme, dass große Teile des Zusatzeinkommens in die Sparquote fließen würde, schon sehr unwahrscheinlich, da eben auch das Gefühl der Sicherheit dazu kommen würde. Wenn man nun also nicht noch mehr essen und trinken will als sonst, die Konsumentenpreise aber durch die Globalisierung recht stabil bleiben, wird das Geld eben im immobilen Bereich zur Blasenbildung führen (sollte das bedingungslose Grundeinkommen in großen Teilen der globalisierten Welt zugleich eingeführt werden, würde es auch bei den Konsumentenpreisen zu einem Preisgalopp kommen). Allerdings ist das nur eine Folge und für die Besitzer von Wohneigentum, die in Finnland die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren, keine nachteilige.

 

 

Teil 2 – „Das Haar in der Suppe“

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Ein Gedanke zu “Schöne neue Welt Teil 1- Finnland auf dem Weg zum Morgen

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