Betongold – glänzende Aussichten?

In den letzten Jahren kann man vermehrt das Wort “Betongold” in der deutschen Presse und in den Wirtschaftsforen lesen. Betongold als Sinnbild für Stabilität in instabilen Zeiten und Vertrauensverlust in unser Geldsystem. Es gibt kaum kritische Auseinandersetzungen mit diesem Thema, dabei liefert die Geschichte genügend Anhaltspunkt, dass der aktuelle Glanz der Immobilienanlage morgen schneller verblassen kann, als es den meisten “Katastrophenkäufern” von heute klar sein dürfte. Dafür werden wir zwei Umstände aus der deutschen Geschichte betrachten, die den meisten Menschen nicht bewusst sind, oder die wissentlich ausgeblendet werden.


Um 1920 kam es in Deutschland zum Einsatz der Höchstmieten. Dabei gab es verschiedene Ausprägungen. So wurde zum Beispiel in Berlin am 13.01.1920 festgelegt, dass der Mietzins (die Miete) den 1914er Wert nicht um 20% übersteigen darf. Mit diesen staatlichen Eingriffen, sollten vor allem die wirtschaftlich Schwächsten geschützt werden. Die Grundidee die Schwächsten zu schützen war sicherlich völlig in Ordnung und zu der Zeit in den 1920ern auch mehr als nötig. Allerdings kann man niemals staatlich “Wohlstand” verordnen, also kam es logischerweise zu Verwerfungen, die man vorher nicht unmittelbar sehen konnte. So wurde aufgrund der gestiegenen Verbraucherpreise eine Sanierung von Immobilien, deren Ertragskraft stark begrenzt war immer schwieriger, denn der Aufwand für eine Sanierung, der natürlich mit dem Preisniveau anstieg, konnte nicht umgelegt werden. Damit wurden viele der Siedlungen, wo eben die wirtschaftlich Schwächsten lebten, Sanierungsunfähig. Dieser Umstand erklärt vor allem, warum Immobilienanlagen in der Breite (Ausnahmen sind und waren die tripple A Lagen) tatsächlich nicht geeignet sind und waren, um den Wert des Vermögens zu erhalten. Natürlich ist dieser Umstand nur eine Seite der Medaille, denn auf der anderen Seite befinden sich die Schulden, die in inflationären Zeiten zur Entwertung neigen und allgemein stark auf Immobilien lasten. Nun könnte man also sagen, dass auf der einen Seite die Immobilie zwar nicht der beste Schutz zum Werterhalt der Kaufkraft war, aber wenigstens die Refinanzierung quasi wertlos wurde und so eine Art “free lunch” für Schuldner existierte. Aber auch dem war nicht so.

Die 1924 eingeführte Hauszinssteuer sollte genau diesen Umstand aufgreifen und die Entwertung der Hypotheken bei gleichzeitigem “Erhalt von Vermögen”, also der Immobilie (unter Einschränkung wie oben beschrieben) ausgleichen. Mit dieser Hauszinssteuer wurde also auch die zweite Seite der Medaille aufgegriffen.

Die Frage bleibt also, wie wahrscheinlich solche Schritte heutzutage wären. Dafür lohnt sicher ein Blick in die ersten Ausläufer in diese Richtung, wobei die Mietpreisbremse, die seit dem Jahr 2015 in Deutschland Anwendung findet, noch recht human wirkt, denn im aktuellen Umfeld zeigt sie noch nicht ihre wahre Stärke.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mieterh%C3%B6hung

Unter Punkt 7 kann man sich einen ersten Eindruck machen.

Ein Staat kann mit dem Grund und Boden innerhalb des Staatsgebietes theoretisch einfach alles tun und zeigt so den wichtigsten Nachteil einer Betongold Anlage, sie ist immobil und man ist abhängig von den Rahmenbedingungen der aktuellen Zeit, und diese werden im allgemeinen nicht besser, wenn die Preise sich sehr schnell verändern, sei es inflationär oder deflationär.

 

Ich halte es da doch eher mit der Aussage von Brickvest unter dem Punkt „Are the Investments risky?“:

Investing in real estate is high risk and there is no guarantee of future outcomes. The real estate market has economic cycles and it is exposed to wider macro-economic factors.

Some of the general risks of real estate investments are Geographical, Environmental, Regulatory and Legal, Financing and Illiquidity. Further information of the risks can be found in the Investment Offering documentation when available

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6 Gedanken zu “Betongold – glänzende Aussichten?

  1. jaja die lieben Immobilien … und das viele „stupid german money“ … schreit mal wieder nach enormen Marktverwerfungen … „Lage Lage Lage“ ist oberstes Gebot … dazu sollte es sich selber auch immer ohne Steuervorteile und Fremdkatpialhebel tragen können …

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