Quo Vadis Japan

An dieser Stelle hatten ich schon einige Male auf Japan hingewiesen und ihre Misere. Die Bank of Japan hält mittlerweile 31,2% aller Japanes Government Bond´s. Es fällt der BoJ zunehmend schwerer Verkäufer von Staatsanleihen zu finden, so dass sie auch seit einiger Zeit Exchange Traded Funds kauft, die sich auf den Japanischen Aktienmarkt beziehen.

Das ist ein weiterer heikler Punkt. Die BoJ besitzt mittlerweile 52% aller auf den Japanischen Markt lautenden ETF´s, was ca. 2% des gesamten Japanischen Aktienmarktes ausmacht. Somit hat sie auch in diesem Markt eine dominierende Rolle inne. An dieser Stelle kommt nun die Frage auf, kauft die BoJ weiterhin ETF´s an oder geht sie zu Direktanlagen in Aktien über. Egal wie sie es tut, es sollte weiterhin den Markt aufblähen und ihn dabei destabilisieren. Die Lage ist extrem Fragil und kann leider Jederzeit losbrechen.

Wie ich in den drei Beiträgen zur Fragiltät beschrieben habe, lauert irgendwo eine extreme Gamma Bombe, die dafür sorgt, dass die Bewegungen eine Richtungsunabhängige abnormale Stärke erhalten. Besonders extrem wird das Problem hier, sollte die Bank of Japan zu einem gewissen Zeitpunkt dazu gezwungen sein ihre ETF Bestände abstoßen zu müssen. Aufgrund ihrer Markt dominierenden Stellung wird dieses zu einer extremen Verstärkung der Schwankungen führen.

Der Führung, von der BoJ wie auch der Japanischen Regierung, wird diese Problematik sicherlich bewusst sein, doch tun sie es. Ich denke, dass dieses Handeln verdeutlicht, wie sehr die japanische Führung verzweifelt ist.

Obwohl sie alles offensichtlich richtig gemacht haben mit ihrem QE ist keinerlei Inflation in Sicht. Nein, die Löhne dort sind sogar gefallen. Im Vergleich zu dem Jahr 2010 sind die Löhne in Japan, im August 2015, um 0,9% niedriger.

Solang der momentane pro Dollar Zyklus anhält, ist die Wahrscheinlichkeit für ein entgleiten noch recht gering. Der pro Dollar Zyklus ist vornehmlich durch den Gedanken an Sicherheit getrieben und der Aussicht auf steigende Zinsen. Sollte sich dieses Umkehren und der Yen aufwerten wird es sehr gefährlich für die Japanischen Märkte

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Ein Gedanke zu “Quo Vadis Japan

  1. Definitiv krasse Zahlen. Allein der Gedanke, wo ein Index wohl stehen würde, wenn da jemand nicht mal eben 2% der gesamten Kapitalisierung aufgefangen hätte. Allerdings bleibt es dabei, dass das echte Problem normal erst nach der USD Stärke entstehen sollte. Es klingt komisch, aber die Zinserhöhung könnte den Märkten den Hintern retten…

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